Joachim Horzella (links) ist neuer Vorsitzender des SV Bexbach. Walter Weiland hatte elf Jahre an der Spitze gestanden. - Foto: Rosemarie Kappler

In einer zahlenmäßig ungewohnt stark besuchten und angenehm harmonisch verlaufenden Mitgliederversammlung hat sich beim SV Bexbach ein neuer Vorstand herausgebildet, der sich in schwierigen Zeiten einer schwierigen Arbeit stellen will.

Bereits im Vorjahr hatte Walter Weiland angekündigt, dass er bei der Mitgliederversammlung im Mai 2020 für das Amt nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Wegen Corona konnte er allerdings erst jetzt seine Ankündigung umsetzen und tat das am Sonntag überaus emotional. Einstimmig wurde der bisherige Geschäftsführer Joachim Horzella zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der will mit dem deutlich verjüngten neuen Vorstand Problemlösungen finden will, die von einem vorderen Tabellenplatz und der Anmeldung einer zweiten Aktiven-Mannschaft bis weit nach unten zur „Tretminen“-Vereitelung reichen.

Zu den letzten Handlungen des bisherigen Vorsitzenden Walter Weiland, die eine spürbare Wirkung erzielten, gehörten die Briefe an Stadtwerke und Banken, damit Kosten und laufende Zahlungen verringert und gestundet werden. Weiland: „Dies hat was genutzt und wir haben momentan geringere Belastungen, da wir ja auch keine Einnahmen durch das Clubheim und den Spielbetrieb generieren können. Parallel dazu hatte der bisherige Geschäftsführer und Weiland-Nachfolger Horzella über den „Heidereport“ Einnahmen akquirien können und dank Bandenwerbung blieben offene Rechnungen bezahlbar. Elf Jahre leidenschaftliche Vorsitzendentätigkeit wurden für Weiland so am Ende mit einer bewältigten Krise gekrönt.

„Es war eine schöne Zeit, eine gute Erfahrung und ich habe den Job mit Herzblut gemacht“, erklärte Weiland zum Ende seiner Amtszeit und bedankte sich bei allen Aktivisten im SV und ganz besonders bei seiner Frau, die es ihm ermöglicht hatte, das Amt mit bestem Wissen und Gewissen auszuführen. Im Vorfeld der Mitgliederversammlung war bereits eine Vorschlagsliste für die Neubesetzung der Ämter entworfen worden. Einstimmig wurden die Positionen für den geschäftsführenden Vorstand besetzt. Der bisherige Geschäftsführer Joachim Horzella übernimmt nun das Ruder und kümmert sich gleichzeitig um die Pressearbeit. Uwe Becker trägt jetzt als Geschäftsführer Verantwortung und kümmert sich gleichzeitig um die Jugendabteilung. Weitere Ämter haben übernommen: Matti Murd (Kassierer), Barbara Horzella (Schriftführerin), Dieter Götsches (AH-Leiter), Julian Kachel (Spielausschuss-Vorsitzender), sowie Konny Glück und Marco Fromm, die ihn als Beisitzer unterstützen.

Was die Zukunft des SV Bexbach betrifft, hat die Zahl „11“ eine fast mystisch anmutende Bedeutung bekommen. Da waren die elf „Dienstjahre“ des bisherigen Vorsitzenden und da war die 11:0-Niederlage gegen Limbach im März. Es sind da aber auch die elf jungen Nachwuchsspieler aus der A-Jugend, die Horzella – verstärkt durch wenige auswärtige Talente – als zweite Aktiven-Elf aufstellen und anmelden will. Und schließlich will der SV Bexbach im kommenden Jahr an sein Geburtsjahr 1911 erinnern und das 110-jährige Vereinsbestehen kräftig feiern und dabei „die Heide“ wackeln lassen.

Der neue Mann an der Spitze machte keinen Hehl daraus, dass das junge Potenzial im Hintergrund dem Verein im Grunde eine luxuriös-komfortable Situation beschert. Er machte aber unmissverständlich klar, dass Komfort in diesem Fall nicht gleichzusetzen ist mit bequem. Da war zum einen der Appell an alle Mitglieder sich einzubringen, um die Vereinsschulden abzubauen. Da gab es aber auch noch die Vorstellung des neuen Vorsitzenden, dass es bei genügendem Training möglich sein sollte, die Chancen zu erhöhen und gut mit gleich zwei Mannschaften durch die Runde zu kommen. „Man muss sich einfach Ziele stecken. Dabei geht es nicht um ein Wunschkonzert nach dem Motto, wir wollen den zweiten oder dritten Platz in der Tabelle belegen, aber ich denke, wir sollten uns vornehmen, dass wir zum 110-Jährigen ganz oben stehen“, so Horzella.

Seine Motivation gründet darauf, dass er es nicht mehr erleben möchte, dass der SV Bexbach in einem Jubiläumsjahr einen Abstieg verkraften muss, wie es vor zehn Jahren der Fall war. „Wenn wir uns das jetzt vornehmen und uns anstrengen, und es am Ende nicht klappt, dann können wir sagen, es war halt so. Aber wir sollten alles Erdenkliche dafür tun“, so der Vorsitzende. (rk)

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