Symbolbild

Mehr als zwei Drittel der Menschen im Saarland sehen Starkregen, Überschwemmungen und Hochwasser als größte Bedrohung für ihr Zuhause – doch bei vielen klafft eine erhebliche Lücke im Versicherungsschutz. Das geht aus einer repräsentativen Civey-Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut im Januar 2026 im Auftrag der DEVK Versicherungen unter 5.000 Erwachsenen durchgeführt hat.

Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal, bei der 2021 zahlreiche Menschen ihr Leben verloren und ganze Ortschaften verwüstet wurden, ist das Bewusstsein für Naturgefahren auch an der Saar gewachsen. Über 67 Prozent der saarländischen Befragten rechnen damit, dass vor allem Starkregen und Hochwasser an ihrem Wohnort Schäden verursachen könnten. Auffällig ist ein weiterer Wert: Fast jeder dritte Befragte im Saarland fürchtet Schäden durch Erdbeben, Erdsenkungen oder Erdrutsche. Im Bundesschnitt liegt dieser Anteil bei lediglich 18 Prozent. Thomas Knabe, der den Innendienst der DEVK-Regionaldirektionen in Saarbrücken und Mainz leitet, ordnet das ein: „Der hohe Wert ist nicht verwunderlich – nach über 250 Jahren Bergbau in vielen Teilen des Saarlandes sind regionale Erdsenkungen für Besitzerinnen und Besitzer von Eigenheimen keine Seltenheit.“

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Das Problem dabei: Eine herkömmliche Wohngebäudeversicherung deckt zwar Sturm- und Hagelschäden ab, springt aber bei Überflutungen, Erdbeben oder Lawinen nicht ein. Wer sich gegen solche Naturereignisse absichern will, braucht eine zusätzliche Elementarschadendeckung. Nach Angaben des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft verfügten 2024 jedoch nur 57 Prozent der Gebäudepolicen bundesweit über diesen Baustein. Im Saarland halten knapp 42 Prozent derjenigen, die keinen Elementarschutz besitzen, eine solche Absicherung an ihrem Wohnort schlicht für überflüssig. Knabe widerspricht dieser Einschätzung deutlich: „Die Starkregenereignisse aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass es jeden treffen kann. Umso wichtiger ist es, die eigenen Policen zu überprüfen.“

Politisch steht das Thema längst auf der Agenda. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden verankert, vergleichbar mit der gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflicht. Umgesetzt wurde das Vorhaben bislang allerdings nicht. In der Bevölkerung stößt die Idee auf breite Zustimmung: 60 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer sprechen sich laut der Civey-Erhebung für eine solche verpflichtende Absicherung aus. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten lehnt sie hingegen ab. Eine flächendeckende Pflichtversicherung würde bedeuten, dass sämtliche Wohngebäude gegen die finanziellen Folgen von Naturkatastrophen geschützt wären – und damit im Ernstfall Existenzängste gemildert werden könnten.

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Die DEVK selbst geht bereits seit rund 15 Jahren einen eigenen Weg, um die Absicherungsquote zu erhöhen. Seit 2011 setzt der Versicherer auf ein sogenanntes Opt-out-Modell: Die Elementarschadendeckung ist standardmäßig in neuen Wohngebäudeverträgen enthalten und muss von Kundinnen und Kunden aktiv abgewählt werden, wenn sie darauf verzichten möchten. „Damit stellen wir sicher, dass der Baustein standardmäßig berücksichtigt wird“, erläutert Knabe. Das Ergebnis spricht für sich: 67 Prozent der DEVK-Wohngebäudeverträge enthalten den Elementarschutz – ein Wert, der deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt.

Im Saarland ist die DEVK mit ihrer Regionaldirektion in Saarbrücken fest verankert. Rund 142.000 Versicherte mit insgesamt 417.000 Verträgen in sämtlichen Sparten werden dort betreut. In Rheinland-Pfalz und im Saarland zusammen unterhält der Versicherer knapp 100 Geschäftsstellen, in denen fast 200 Mitarbeitende im Innen- und Außendienst tätig sind. „Das engmaschige regionale Netz gewährleistet kurze Wege und direkten persönlichen Kontakt – ein entscheidender Vorteil für unsere Versicherten“, betont Knabe. Gerade wenn es um existenzielle Fragen wie den Schutz des eigenen Zuhauses geht, dürfte diese Nähe für viele Saarländerinnen und Saarländer ein gewichtiges Argument sein.

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