Foto: Collegium Vocale Blieskastel
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Zwei Passionsvertonungen an einem Abend, dazu ein Komponist, dessen 100. Todestag in diesem Jahr begangen wird – das Collegium Vocale Blieskastel hat sich für seinen Auftritt am Palmsonntag ein Programm vorgenommen, das weit über das Übliche hinausreicht. Am 29. März um 17 Uhr verwandelt sich die Alte Kirche St. Engelbert in St. Ingbert in einen Klangraum zwischen deutscher Ausdruckskraft und englischer Chortradition.

Den ersten Teil des Abends bildet die Johannespassion von Johannes Reidenbach. Der Trierer Komponist, der an der Saarbrücker Hochschule studierte, schrieb das Werk 1982 und überarbeitete es 2016 für eine Besetzung aus Sprecher, Soli, Chor und Pauken. Reidenbachs Vertonung setzt den biblischen Text mit großer Intensität in Musik um und wird durchzogen vom ältesten erhaltenen liturgischen Gesang „Christ ist erstanden“. Dieses Motiv wirkt wie ein roter Faden der Hoffnung, der das gesamte Stück trägt und den Gedanken an die Auferstehung schon mitten in der Passionserzählung anklingen lässt.

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Im zweiten Teil widmet sich der Chor einem Werk, das in England längst zum festen Repertoire der Passionszeit gehört, hierzulande aber kaum bekannt ist: der St. Mark Passion von Charles Wood. Der irisch-britische Komponist starb vor 100 Jahren, und das Collegium Vocale Blieskastel nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, sein Schaffen einem deutschen Publikum näherzubringen. Uraufgeführt wurde die Markuspassion am Karfreitag 1921 in der King’s Chapel in Cambridge – ein Ort, der wie kaum ein anderer für die wohlklingende englische Chortradition steht. Anders als bei Reidenbachs Johannespassion übernimmt hier die Konzertorgel die Rolle des Orchesters, was dem Werk einen ganz eigenen, feierlich-intimen Charakter verleiht.

Solistisch begleitet werden beide Passionen von Cornelia Winter am Sopran, Marc Dostert als Tenor, Leander Denzer am Bariton sowie Martin Berner im Bass. Achim Seyler übernimmt die Pauken, Tim Schuck tritt als Sprecher auf. Die Gesamtleitung des Abends liegt bei Christian von Blohn, der zugleich die Orgel spielt und damit in der St. Mark Passion eine tragende musikalische Rolle einnimmt.

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Karten kosten zehn Euro, ermäßigt acht Euro, und sind sowohl an der Abendkasse als auch über Mitglieder des Chores erhältlich. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Collegium Vocale Blieskastel. Wer die österliche Bußzeit musikalisch erleben möchte, bekommt an diesem Palmsonntag in St. Ingbert eine seltene Gelegenheit – zwei Passionen, zwei Traditionen, ein Abend.

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