Ministerin Petra Berg beim Runden Tisch „Sicherheit im ÖPNV“ am 11. März im saarländischen Verkehrsministerium Foto: MUKMAV / Kathrin Hinsberger
Anzeige

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter im Regionalverkehr Anfang Februar wirkt nach. Am 11. März kamen im saarländischen Verkehrsministerium in Saarbrücken Vertreterinnen und Vertreter von Bundes- und Landespolizei, Deutscher Bahn, DB Regio, regionalen Verkehrsbetrieben sowie Gewerkschaften und Personalvertretungen zusammen, um gemeinsam mit Mobilitätsministerin Petra Berg über konkrete Schritte für mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu beraten. Der Runde Tisch war eine direkte Reaktion auf die Gewalttat – und zugleich ein Versuch, die Ergebnisse eines kurz zuvor in Berlin abgehaltenen Sicherheitsgipfels der Deutschen Bahn auf die regionale Ebene zu übertragen.

„Es gilt zu verhindern, dass Menschen in Ausübung ihres Berufes angegriffen, verletzt oder getötet werden“, betonte Ministerin Berg. Maßnahmen ließen sich nur in enger Zusammenarbeit umsetzen, denn Sicherheit sei eine Daueraufgabe. Es brauche abgestimmte Konzepte, die den Schutz des Personals gewährleisteten und damit zugleich den Fahrgästen zugutekämen.

Anzeige

Der Mitte Februar in Berlin verabschiedete Aktionsplan enthält eine Reihe konkreter Vorhaben. So sollen alle Beschäftigten der Deutschen Bahn mit Kundenkontakt auf eigenen Wunsch Bodycams und weitere Schutzausrüstung erhalten. Zusätzliche Sicherheitskräfte werden an Bahnhöfen eingesetzt, die Videoüberwachung wird ausgebaut und Schulungsangebote für das Personal deutlich erweitert. Parallel dazu soll die Kooperation mit der Bundespolizei enger verzahnt werden.

Doch nicht nur die Deutsche Bahn selbst steht in der Pflicht. Auch die Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr – also die Länder – haben Zusagen gemacht. Sie wollen flexible Modelle einer sicherheitsorientierten Personalpräsenz in Nahverkehrszügen unterstützen. Konkret geht es darum, häufiger zwei Zugbegleiter gleichzeitig einzusetzen oder gemischte Teams aus Kundenbetreuern und Sicherheitskräften zu bilden. Solche Doppelbesetzungen könnten gerade auf Strecken mit erhöhtem Konfliktpotenzial einen spürbaren Unterschied machen.

Anzeige

Ministerin Berg kündigte an, das Thema auf die Agenda der kommenden Verkehrsministerkonferenz zu setzen. „Wir werden genau prüfen, wie wir zusammen für mehr Sicherheit der Beschäftigten, aber auch der Fahrgäste sorgen können“, sagte sie. Die Beratungen mit den anderen Ländern und dem Bund sollen klären, welche Maßnahmen sich bundesweit einheitlich umsetzen lassen und wo regionale Lösungen gefragt sind.

Anzeige

Der Runde Tisch in Saarbrücken markiert damit einen Zwischenschritt in einer Debatte, die nach dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters an Dringlichkeit gewonnen hat. Die Frage, wie sich Beschäftigte im Nahverkehr wirksam schützen lassen, ohne den offenen Charakter des öffentlichen Verkehrs einzuschränken, wird die Verantwortlichen auf allen Ebenen noch länger beschäftigen. Entscheidend dürfte sein, ob den Ankündigungen rasch konkrete Umsetzungsschritte folgen – und ob die nötigen finanziellen Mittel dafür bereitstehen.

Anzeige