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Gesundheitsministerin Monika Bachmann macht am diesjährigen Welt-AIDS-Tag (1. Dezember), der unter dem Motto „Positiv zusammen leben“ steht, auf die anhaltende Diskriminierung und Stigmatisierung von Infizierten aufmerksam. Sie betont außerdem die erfolgreiche Präventionsarbeit im Saarland.

„Ständiges Verstecken, Angst vor Ablehnung oder Mobbing dürfen in unserer heutigen Gesellschaft kein Thema mehr sein. Wenn wir von HIV sprechen, müssen wir das offensiv tun und gerade den Infizierten eindeutige Signale geben: Habt den Mut und redet mit eurer Familie und engsten Freunden über die Infektion“, so die saarländische Gesundheitsministerin. „Nur so bleibt das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Hemmschwelle, sich mitzuteilen, muss sinken, nicht steigen“.
Ende 2015 lebten im Saarland mehr als 700 Menschen mit diagnostizierter HIV, mehr als zwei Drittel der Infizierten sind männlich. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Zahl der Neuinfektionen für das Jahr 2015 im Saarland auf rund 30 Personen.
Um die Zahl der Neuerkrankungen so gering wie möglich zu halten, sei es notwendig, immer wieder Aufklärungs- und Präventionskampagnen vor Ort durchzuführen, so Monika Bachmann.
Die saarländische Landesregierung unterstützt dabei vielfältige Präventionsmaßnahmen. Unter anderem wird bereits in Schulen Safer-Sex als Schutz vor HIV-Infektionen thematisiert. Das Projekt „GUDD-DRUFF“ klärt hier durch Informations- und Aufklärungsarbeit in Schwulensaunen und Darkrooms über das HI-Virus auf.
Vor allem bei männlichen Prostituierten mit Migrationshintergrund liegt die Neuinfektionsrate besonders hoch. Das Projekt „BISS“ der AIDS-Hilfe Saar versucht gezielt diese Szene über die Folgen von ungeschütztem Sex und HIV aufzuklären.
Erfolge im Kampf gegen AIDS/HIV sind im Bereich der Drogenkonsumenten zu verzeichnen. Mit 5 neudiagnostizierten HIV-Infektionen bei Drogenkonsumenten liegt das Saarland Ende des Jahres 2015 prozentual unter dem Bundesdurchschnitt. Hier trägt die Drogenpolitik des Saarlandes, die seit den 1980er Jahren den Spritzentausch und die Einrichtung des Drogenkonsumraums für intravenöse Drogenkonsumenten fördert, zu dieser im Bundesschnitt geringen Zahl bei.
„Ein wesentliches Ziel ist es, den Verantwortlichen in Politik, Forschung und Medien bewusst zu machen, dass die HIV/AIDS-Pandemie immer noch existent ist. Wir dürfen im Kampf gegen diese Infektion nicht nachlassen. Dazu gehört insbesondere der Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-infizierten Menschen entgegenzutreten“, so die saarländische Gesundheitsministerin.
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