Im Saarland nimmt der digitale Ausbau der Verwaltung spürbar Fahrt auf. Immer mehr Rathäuser wickeln Genehmigungen für neue Glasfaserleitungen nicht mehr auf Papier, sondern über ein zentrales Onlineportal ab. Inzwischen nutzt jede zweite Kommune das digitale Breitbandportal des Landes – ein Schritt, der den Glasfaserausbau vereinfachen und beschleunigen soll.
Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie sind aktuell 28 saarländische Städte und Gemeinden an das System angebunden. Damit ist ein wichtiges Etappenziel erreicht. Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas erklärte dazu: „Das Saarland hat das digitale Breitbandportal als eines der ersten Bundesländer eingeführt und das mit Erfolg. Wir hatten uns das Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres 2025 mindestens die Hälfte aller Kommunen an das Portal anzubinden. Das ist uns gelungen: Mittlerweile nutzt jedes zweite Rathaus die Software, um den Glasfaserausbau schneller und effizienter zu gestalten. Jetzt steht die Branche in der Pflicht, das digitale Angebot zu nutzen. Zukünftig wird kein Weg daran vorbeiführen.“
Das Portal dient als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, die Glasfaserleitungen verlegen wollen. Statt Anträge bei jeder Kommune in unterschiedlicher Form einzureichen, können die notwendigen Unterlagen digital übermittelt und verwaltet werden. Die Bearbeitung der Verfahren soll dadurch einheitlicher, transparenter und weniger zeitaufwendig werden – sowohl für die Verwaltungen als auch für die ausbauenden Unternehmen.
Finanziell wird die Einführung des Systems vom Land gestützt. Das Wirtschaftsministerium fördert das digitale Breitbandportal mit insgesamt 200.000 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Diese Mittel decken in dieser Zeit sämtliche Kosten für die teilnehmenden Kommunen ab. Nach Ablauf dieser Anschubfinanzierung sollen die weiteren Nutzungskosten im Rahmen des eGovernment-Paktes aufgefangen werden, sodass die Verwaltungen das Portal dauerhaft einsetzen können.
Für die technische Umsetzung ist der Zweckverband eGo-Saar zuständig. Er bindet die Kommunen an das System an, sorgt für den laufenden Betrieb und organisiert Schulungen, damit die Mitarbeitenden in den Verwaltungen die Software sicher anwenden können. Der Zweckverband bereitet derzeit den weiteren Rollout vor. Bis Ende des Jahres 2026 sollen mindestens 80 Prozent aller saarländischen Städte und Gemeinden das digitale Portal nutzen.
Eine Antragstellung über das digitale Breitbandportal ist bereits in einer ganzen Reihe von Kommunen möglich. Dazu gehören Bexbach, Blieskastel, Bous, Ensdorf, Eppelborn, Friedrichsthal, Freisen, Gersheim, Heusweiler, Illingen, Lebach, Mandelbachtal, Merzig, Mettlach, Püttlingen, Rehlingen-Siersburg, Riegelsberg, Saarlouis, Schiffweiler, Schmelz, Spiesen-Elversberg, St. Ingbert, Tholey, Überherrn, Völklingen, Wadern, Wadgassen und Weiskirchen. Mit jeder weiteren Anbindung wächst das Netz der Kommunen, in denen Glasfaserprojekte digital beantragt und verwaltet werden können.
Die Landesregierung sieht in dem Portal einen wichtigen Baustein, um den Glasfaserausbau im Saarland zu beschleunigen und gleichzeitig die Verwaltungsarbeit zu modernisieren. Mit dem Erreichen der 50-Prozent-Marke ist ein erster Meilenstein geschafft, weitere Kommunen sollen in den kommenden Monaten folgen.























