„Wer bei diesen hochsommerlichen Temperaturen ein Eis schlecken möchte, der kann das in aller Regel bedenkenlos tun. Die aktuell vorliegenden Kontrollergebnisse belegen es: Unser Speiseeis im Saarland ist von insgesamt guter Qualität“, stellt Verbraucherschutzminister Reinhold Jost fest.

Wie jedes Jahr während der Eissaison überprüfen die Mitarbeiter des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) im Rahmen eines Schwerpunktprogramms die saarländischen Eishersteller. Von den bislang erhobenen Proben sind bereits 140 mikrobiologisch und 48 lebensmittelchemisch abschließend untersucht. Bei der mikrobiologischen Untersuchung wird das Eis auf Krankheitserreger und sonstige Keime kontrolliert. In 12 der 140 Proben war die Keimbelastung zu hoch. Keime wie Enterobacteriaceae geben Hinweise auf mangelnde Hygiene bei der Herstellung. In 21 Fällen wurden wegen geringer Hygienemängel Hinweise ausgesprochen. Das heißt, die Proben waren zwar mikrobiologisch auffällig, jedoch lag die Keimbelastung noch unterhalb der Schwelle, ab der eine Probe beanstandet wird.

Krankmachende Keime wie Salmonellen oder Listerien wurden in keiner Probe gefunden. Es ist daher von keiner Gefährdung für den Verbraucher auszugehen. Bei lebensmittelchemischen Untersuchungen werden Proben auf eine ordnungsgemäße Zusammensetzung und Kennzeichnung von Zusatzstoffen kontrolliert. Von den 48 bislang untersuchten Proben wurden insgesamt 13 beanstandet wegen irreführender Informationen zur Zusammensetzung des Produktes (9) bzw. fehlender Kenntlichmachung von Zusatzstoffen (4).

Die Schwerpunktkontrollen in eisverkaufenden Betrieben werden bis Anfang September weitergeführt. Minister Jost: „Die vorliegenden Ergebnisse der Lebensmittelkontrolleure geben uns Hinweise auf eine weiter zu verbessernde Hygiene im Herstellungsprozess. Durch die regelmäßigen Kontrollen wollen wir einen größtmöglichen Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher gewährleisten. Eines können wir mit Fug und Recht behaupten: Das Speiseeis ist eines der am besten überwachten Lebensmittel.“

Unbefriedigend sind nach wie vor die Ergebnisse der Überprüfungen von Schlagsahne in Eiscafés.  Von den bisher untersuchten 64 Sahneproben wurden 14  (Quote 21,9 %) wegen zu hohen Keimgehaltes beanstandet. „Das ist zwar schon eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu früheren Jahren, 2017 lag die Beanstandungsquote noch bei über 50 %. Dennoch ist auch eine Quote von 20 % noch viel zu hoch“, so der Minister. „Wir werden deshalb weiter engmaschig kontrollieren und auch die Gastronomiebetreiber vor Ort bei der Reinigung der Sahne-Automaten weiterhin beraten.“

Geschlagene Sahne wird in Gastronomiebetrieben in der Regel mit Hilfe von Sahneaufschlagautomaten hergestellt. Da zur Herstellung keimarme pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Flüssigsahne verwendet wird, liegt das Problem der hohen Keimbelastung meist in der Wartung der Sahneautomaten. Als Folge ungenügender oder fehlerhafter Reinigung kommt es in diesen Geräten zu erheblichen Keimbelastungen.

Hintergrund:

Im Rahmen der Sonderaktion „Speiseeisüberwachung“ werden in Zusammenarbeit mit den Laboren des Landesamtes für Verbraucherschutz Speiseeishersteller, Eiscafés aber auch fahrende Eisverkäufer in den Städten und Gemeinden des Saarlandes hinsichtlich ihrer angebotenen Speiseeisprodukte durch eine Probennahme  überprüft.

Im Rahmen einer jeden Probennahme  wird zeitgleich eine Betriebskontrolle  mit dem Schwerpunkt „Betriebshygiene“ vor Ort durchgeführt,  da beide Maßnahmen – Betriebskontrolle und Probennahme – in ihrer Kombination eine schlüssige Gesamtbewertung des Betriebes ermöglichen, zum einen auf der Ebene der sichtbaren Mängel, zum anderen auf mikrobieller Ebene. Letztere kann, auch in einem augenscheinlich  sauberen Betrieb, Aufschluss über nicht sichtbare Hygienemängel (Verkeimungen)  geben.

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