Der Autohersteller Ford hat angekündigt, 1.600 Arbeitsplätze im Saarlouiser Werk abzubauen. „Für die Mitarbeiter und den Standort Saarlouis sind das ganz bittere Nachrichten – es ist ein schmerzlicher und harter Einschnitt. Jetzt kommt es darauf an, eine für die Betroffenen sozialverträgliche Lösung zu finden“, sagt der industriepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Marc Speicher.

Aus Sicht des CDU-Parlamentariers muss die Situation jetzt schnell und genau analysiert werden. „Wichtig ist, dass die Betroffenen eine Perspektive bekommen, durch Vorruhestandsregelungen oder  Weiterbildungsmöglichkeiten. Letztere sind besonders für die jüngeren Mitarbeiter von großer Bedeutung. Hier sehen wir auch Ford als Unternehmen in der Pflicht!“

Der Abbau von 1600 Stellen bei Ford in Saarlouis sei „ein Rückschlag für das Saarland“, kommentiert Oskar Lafontaine die Meldung. Lafontaine weiter: „Das Land hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Standortbedingungen des Ford-Werks in Saarlouis zu verbessern, beispielsweise durch die Einrichtung des Zulieferparks. Bedauerlich ist, dass mit der Beendigung von 500 Leiharbeitsverträgen die Leiharbeiter, also die Schwächsten der Belegschaft, wieder als erste die Entscheidungen der Ford Motor Company ausbaden müssen.

Die Begründung dieser Entscheidung mit einer anzustrebenden Umsatzrendite von sechs Prozent zeigt die Fehlentwicklung im modernen Kapitalismus. Während früher die Rendite auf das vom Firmenbesitzer eingebrachte Kapital berechnet wurde, wird sie heute auf den Umsatz bezogen. Das ursprüngliche Kapital war der Einsatz des Arbeitgebers.

Der Umsatz ist das Arbeitsergebnis der Arbeitnehmer. Die Umsatzrendite ist eine ‚Zauberformel‘ zur Enteignung der Arbeitnehmer und zur wachsenden Ungleichheit bei Vermögen und Einkommen. Nur eine Demokratisierung der Wirtschaft mit Belegschaftsbeteiligungen und Stiftungslösungen kann das Vordringen einer Wirtschaftsordnung verhindern, die zu immer größerer Ungleichheit führt, den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet und letztlich die Demokratie untergräbt.“

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