Symbolbild

Am kommenden Samstag wollen mehrere Hundert Menschen in Saarbrücken auf die Straße gehen. Der Grund: die geplanten Kürzungen in der psychotherapeutischen Versorgung, die aus Sicht der Organisatoren das Ende der gesetzlich finanzierten ambulanten Psychotherapie einleiten könnten. Start der Demonstration ist am 18. Juli um 12 Uhr auf dem Gustav-Regler-Platz.

Hinter dem Aufruf steht das Aktionsbündnis Psychotherapie Saar, das gemeinsam mit dem Landesverband der Linken Saar mobilisiert. Getragen wird der Protest von einem breiten Bündnis: die DPTV Saar, die KV Saar, die JuSos Saar, die Grüne Jugend Saar, die Kritischen Psycholog:innen Saar sowie die Fachschaft Psychologie der Universität des Saarlandes haben ihre Unterstützung zugesagt.

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Ausgangspunkt der Kritik ist das sogenannte Beitragsstabilisierungsgesetz. Nach Darstellung des Bündnisses stimmten die Bundestagsfraktionen der Regierungsparteien nahezu geschlossen für einen Katalog von Sparmaßnahmen, der die Gesundheitsversorgung aller gesetzlich Versicherten spürbar verschlechtern werde. Besonders im Fokus stehen die geplante Abschaffung des Mindesthonorars für niedergelassene Psychotherapeut:innen und die Budgetierung ihrer Leistungen. Beides, so die Befürchtung, entziehe den Kassenpraxen die wirtschaftliche Grundlage und führe zu einem massenhaften Wegfall kassenfinanzierter Therapieplätze.

Deutliche Worte findet Marius Seiler, Sprecher des überparteilichen Aktionsbündnisses und selbst in Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. „An psychischer Gesundheit gibt es nichts zu sparen! Wer es wie SPD und CDU trotzdem tut und die therapeutische Versorgung kahlschlägt, verursacht damit nicht nur weit höhere Folgekosten durch stationäre Behandlungen und Frührenten, sondern schafft eine verrohte brutale Gesellschaft mit noch mehr Leid und Gewalt“, sagt er. „Das ist unlogisch, lebensgefährlich und mit Nichts zu rechtfertigen.“

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Statt die Finanzierungslücken der Krankenkassen weiter auf dem Rücken der Versicherten auszutragen, fordern Aktionsbündnis und Linke eine gute therapeutische Versorgung für alle. Ihr Ziel ist ein solidarisch finanziertes Gesundheitssystem, das sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientiert und nicht an vorgegebenen Sparzielen. Im aktuellen Zweiklassensystem rücke dieses Ziel jedoch in immer weitere Ferne.

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Mitorganisatorin Rebecca Boukari, Beisitzerin im Landesvorstand der Linken Saar, warnt vor den gesellschaftlichen Folgen. „Wir brauchen endlich mehr Kassensitze statt noch mehr Kürzungen! Psychotherapeut:innen und Patient:innen im Saarland und im ganzen Bundesgebiet sind am Anschlag und verdienen endlich politische Unterstützung, Wertschätzung und Schutz“, so Boukari. Werde bei den verletzlichsten Gruppen weiter gespart, stürze die Bundesregierung weite Teile der Gesellschaft in Not und leiste damit auch faschistischen Tendenzen Vorschub.

Seiler und Boukari rechnen für den Samstag mit mehreren Hundert Teilnehmenden auf dem Gustav-Regler-Platz. Der Protest richtet sich damit nicht allein an die regionale Politik, sondern zielt auf eine bundesweite Debatte über die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung.

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