Symbolbild
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Der Iran-Krieg durchkreuzt die zaghafte wirtschaftliche Erholung an der Saar. Was sich in den vergangenen Monaten als vorsichtiger Aufwärtstrend abgezeichnet hatte, wird nun von einem Energiepreisschock überlagert, der die Geschäftserwartungen der saarländischen Unternehmen deutlich eintrüben lässt. Das zeigt die aktuelle April-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Betriebe mit insgesamt gut 90.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Die Zahlen zeichnen ein gespaltenes Bild. Zwar konnte der IHK-Lageindikator noch einmal leicht um 0,6 Punkte auf 3,6 Zähler zulegen – doch diese Verbesserung geht fast ausschließlich auf das Konto der Stahl- und Rüstungsindustrie, die von staatlichem Konsum und europäischen Schutzmaßnahmen profitiert. Auf der Gegenseite brach der Erwartungsindikator um 3,9 Punkte ein und liegt mit minus 14,7 Zählern wieder auf dem pessimistischen Niveau, das die vergangenen Jahre geprägt hat. Die angespannte Lage am Persischen Golf und die damit verbundenen Verwerfungen an den Energiemärkten schlagen direkt auf die Stimmung durch.

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IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé findet deutliche Worte: „Der Iran-Krieg versetzt den Hoffnungen auf einen zarten Aufschwung in diesem Jahr einen schweren Schlag.“ Die erratische Verhandlungssituation zwischen den USA und dem Iran trage nicht zur Beruhigung bei. Bis zu einem dauerhaften Waffenstillstand oder gar einem Friedensschluss müsse weiterhin mit volatilen und hohen Energiepreisen gerechnet werden. Nach drei Jahren Rezession und Stagnation drohe Deutschland damit ein weiteres verlorenes Jahr, warnt Thomé. Massiv gestiegene Energiekosten und die daraus resultierende Teuerung durchkreuzten zusammen mit der Erwartung steigender Zinsen weltweit die Investitions- und Konsumentscheidungen. Staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung könnten den Druck auf Binnennachfrage und Exporte nur begrenzt abfedern.

Bei der Geschäftslage bewerten aktuell 25 Prozent der befragten Unternehmen ihre Situation als gut oder sehr gut, 53 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe profitiert die Bauwirtschaft von öffentlichen Aufträgen, während zentrale Industriezweige ein durchwachsenes Bild abgeben. Ernährungsgewerbe, Stahlbau, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Elektroindustrie und weite Teile der Automobilzulieferer melden überwiegend befriedigende Geschäfte. Unter erheblichem Druck stehen dagegen die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die Gießereien, während sich die Lage bei Metallerzeugern und in der Stahlindustrie zuletzt etwas entspannt hat.

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Im Dienstleistungssektor berichten 81 Prozent der Betriebe von guten oder befriedigenden Geschäften. IT-Branche und Versicherungswirtschaft laufen gut, Banken, unternehmensnahe Dienstleister und der Handel bewegen sich im befriedigenden Bereich. Die Gastronomie zieht saisonalen Nutzen aus steigenden Besucherzahlen. Deutlich angespannter ist die Lage im Verkehrsgewerbe, wo hohe Kraftstoffpreise die Margen auffressen – verschärft durch Wettbewerber aus Osteuropa, die unter günstigeren Rahmenbedingungen operieren.

Der Blick nach vorn fällt ernüchternd aus: Lediglich vier Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit besseren Geschäften, 19 Prozent erwarten eine Verschlechterung, und eine große Mehrheit von 77 Prozent geht von Stagnation aus. Thomé mahnt strukturelle Reformen an, statt lediglich Symptome zu bekämpfen. Zwar verschafften das Kraftstoffmaßnahmenpaket und das Energie-Sofortprogramm kurzfristig Luft, doch an die eigentlichen Ursachen der Wachstumsschwäche reichten sie nicht heran.

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Was es brauche, sei eine klare Reformagenda als Signal des Aufbruchs: „Geringere Steuer- und Abgabenlast, dauerhaft wettbewerbsfähige Energiekosten und ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden – damit Unternehmen vom Start-up über den Mittelstand bis zum Großkonzern wieder investieren, innovieren und wachsen können“, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer. Angesichts der großen Herausforderungen durch Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung verharrten privatwirtschaftliche Investitionen auf einem besorgniserregend niedrigen Niveau. Nur eine starke Wirtschaft schaffe die Resilienz, externe Schocks wirksam abzufedern. Thomé setzt der Bundesregierung einen konkreten Maßstab: Die Staatsquote müsse von derzeit 52 Prozent auf deutlich unter 50 Prozent zurückgeführt werden. „Die Bundesregierung muss jetzt handeln und Vertrauen zurückgewinnen“, so sein Appell.

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