Foto: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
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Deutschlands Warnsystem funktioniert – und die Bevölkerung weiß das. Nach dem fünften Bundesweiten Warntag zeigt eine groß angelegte Online-Umfrage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ein deutlich gewachsenes Vertrauen in die Warninfrastruktur. Mehr als 117.000 Menschen beteiligten sich an der Erhebung, deren Ergebnisse nun vorliegen. 82 Prozent der Befragten bewerten den Warntag 2025 als gelungen – ein Anstieg um zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Knapp drei Viertel gaben an, der reibungslose Ablauf habe ihnen gezeigt, dass sie sich auf das deutsche Warnsystem verlassen können.

Die Probewarnung erreichte die Menschen erneut nahezu flächendeckend. Wie schon 2024 gaben 97 Prozent der Teilnehmenden an, über mindestens einen Kanal gewarnt worden zu sein. Dieser stabile Wert belegt, dass der sogenannte Warnmix aus verschiedenen Technologien und Medien inzwischen breit in der Bevölkerung ankommt. Vom ersten Warntag im September 2020, der noch von erheblichen technischen Pannen begleitet war, bis heute hat sich das System grundlegend weiterentwickelt.

Beim Blick auf die einzelnen Kanäle bleibt Cell Broadcast der reichweitenstärkste Weg, um Menschen in Gefahrensituationen zu erreichen. 73 Prozent der Befragten erhielten darüber eine Probewarnung direkt auf ihr Mobiltelefon. Warn-Apps wie NINA legten deutlich zu und erreichten 67 Prozent – ein Plus von acht Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Ebenso kräftig stieg die Wahrnehmung von Sirenensignalen, die 65 Prozent der Befragten registrierten, nach 59 Prozent im Jahr 2024. In puncto Wirksamkeit erhielten alle drei Kanäle Spitzenwerte: Zwischen 91 und 92 Prozent der Teilnehmenden stuften sie als wirkungsvoll oder sehr wirkungsvoll ein.

Trotz dieser positiven Bilanz offenbart die Umfrage eine spürbare Lücke zwischen Warnkompetenz und Risikobewusstsein. Zwar wissen 76 Prozent der Befragten, über welche Wege sie im Ernstfall gewarnt werden. Doch weniger als die Hälfte – nur 43 Prozent – fühlt sich ausreichend über Notfall- und Katastrophenrisiken informiert, die sie persönlich betreffen könnten. Rund sechs von zehn Befragten wünschen sich deshalb mehr Informationen: 61 Prozent möchten besser über konkrete Risiken Bescheid wissen, 59 Prozent erwarten mehr Hinweise zur persönlichen Vorsorge.

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Diese Zahlen dürften für das BBK Anlass sein, den Fokus künftig stärker auf Aufklärung und Vorsorgekommunikation zu legen. Denn ein Warnsystem entfaltet seinen vollen Nutzen erst dann, wenn die Menschen nicht nur wissen, dass sie gewarnt werden, sondern auch verstehen, was im Ernstfall zu tun ist. Der Bundesweite Warntag, den Bund, Länder und Kommunen gemeinsam veranstalten, dient dabei als jährlicher Stresstest für die technische Infrastruktur und zugleich als Anlass, das Thema Katastrophenschutz ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Beim Warntag werden über das Modulare Warnsystem MoWaS zahlreiche Kanäle gleichzeitig angesteuert – von Cell Broadcast und Warn-Apps über Radio- und Fernsehsender bis hin zu Fahrgastinformationssystemen an Bahnhöfen und digitalen Stadtinformationstafeln. Ergänzt wird dieses Netz durch lokale Warnmittel wie Sirenen und Lautsprecherwagen. Der nächste Bundesweite Warntag findet am 10. September 2026 statt, wie jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September. Die vollständigen Umfrageergebnisse hat das BBK auf seiner Website veröffentlicht.

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