Symbolbild
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Wenn am 28. und 29. April in Saarbrücken der 2. Saarländische Wasserstoffkongress seine Türen öffnet, geht es um weit mehr als technische Visionen. Unter dem Motto „Die Modellregion im Stresstest: Zwischen Vision, Stahlwerk und Weltmarkt“ versammeln sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um über die konkreten Hürden und Perspektiven beim Aufbau einer funktionierenden Wasserstoffwirtschaft zu sprechen. Organisiert wird die zweitägige Veranstaltung von der Saarländischen Wasserstoffagentur H2Saar gemeinsam mit dem Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) und dem europäischen Branchenverband Hydrogen Europe.

Die Agenda liest sich wie ein Brennglas auf die drängendsten Fragen der Energiewende: Wie lässt sich Versorgungssicherheit gewährleisten, während ganze Industriezweige auf klimaneutrale Prozesse umgestellt werden? Welche regulatorischen Leitplanken braucht Europa, um im globalen Wasserstoffmarkt nicht ins Hintertreffen zu geraten? Und wie gelingt der Sprung von Pilotprojekten zur industriellen Skalierung? Antworten darauf sollen nicht nur in Vorträgen, sondern auch im direkten Austausch zwischen den Teilnehmenden entstehen.

Ministerpräsidentin Anke Rehlinger machte im Vorfeld deutlich, welchen Stellenwert das Thema für die Region hat: „Wasserstoff ist für das Saarland weit mehr als nur ein Energieträger der Zukunft – er ist der Schlüssel, um unseren Industriestandort klimaneutral, wettbewerbsfähig und zukunftssicher aufzustellen.“ Das Saarland verfüge über das nötige Know-how, die Infrastruktur und die Entschlossenheit, diesen Wandel aktiv zu gestalten und als Modellregion voranzugehen. Wirtschaftsminister Jürgen Barke ergänzte mit Blick auf die grenzüberschreitende Dimension: „Mit Transformationsprojekten wie ‚Power4Steel‘ und der grenzüberschreitenden Pipeline ‚mosaHYc‘ werden wesentliche Bausteine für eine klimaneutrale Industrie und eine sichere Energieversorgung umgesetzt.“ Damit rückt das Saarland nicht nur als nationaler, sondern auch als europäischer Akteur in den Fokus.

Bettina Hübschen, Geschäftsführerin der H2Saar, zog einen historischen Vergleich, der die Tragweite des Vorhabens unterstreicht: „Was die Kohle einst für den Aufstieg unserer Region war, ist der Wasserstoff für unsere Zukunft.“ Die grüne Transformation sei allerdings kein Selbstläufer – sie müsse auch wettbewerbsfähig gestaltet werden. Das Saarland stelle sich diesem Stresstest und werde zum „Motorraum der Energiewende“, so Hübschen. Eine Formulierung, die bewusst an die industrielle DNA der Region anknüpft und den Anspruch formuliert, nicht nur mitzuziehen, sondern voranzugehen.

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Das Programm verspricht prominente Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven. Unter den erwarteten Gästen ist Jonathan Weber, Finanzvorstand der Stahl Holding Saar, der die Sicht der energieintensiven Industrie einbringen dürfte. Am zweiten Kongresstag hält die Wirtschaftsweise und Beraterin der Bundesregierung, Veronika Grimm, eine Keynote – ein Signal dafür, dass die Debatte über Wasserstoff längst die Ebene einzelner Modellregionen überschritten hat und gesamtwirtschaftliche Weichenstellungen berührt.

Für alle, die kurzfristig teilnehmen möchten, ist das Anmeldeportal weiterhin geöffnet. Das vollständige Programm findet sich auf der Website der H2Saar. Der Kongress dürfte zeigen, ob das Saarland seinen selbst gewählten Stresstest besteht – und welche Lehren sich daraus für andere Industrieregionen in Europa ableiten lassen.

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