Bei „Kultur im Museum“ wurde es am Donnerstagabend im Römermuseum Schwarzenacker ziemlich abwechslungsreich. Michael Friemel war mit seinen „Friemeleien“ zu Gast, dazu kamen die Mizzies mit Musik, neuen Texten auf bekannte Melodien und viel saarländischem Einschlag. Die Ausgrabungsstätte war gut besucht – trotz eines Abends, an dem es auch ohne Bühne schon warm genug war.
Friemel begann genau so, wie man ihn kennt: mit einer Beobachtung aus dem Alltag, einem kleinen Umweg und einem ziemlich sicheren Gespür dafür, wann ein Saal lacht. Gleich zu Beginn nahm er die Hitze aufs Korn und versprach seinem Publikum „ein bisschen Abkühlung an einem heißen Tag“. Dafür schickte er die Gäste gedanklich mitten in den saarländischen Winter – inklusive Schneematsch, nassen Wollsocken und Streuauto. Danach wirkte der Sommerabend tatsächlich gleich etwas angenehmer.
Überhaupt lebte der Auftritt von genau diesen Situationen, bei denen jeder zumindest innerlich nicken konnte. Friemel erzählte vom Supermarkt und der ewigen Suche nach Hefe und Schmand, vom Bofrost-Mann, vor dem man sich hinter der Couch versteckt, und vom Krankenhaus, wo die wirklich wichtigen Fragen offenbar lauten: Wo kommt das Handy hin, und warum darf die Ehefrau nur zehn Euro dalassen?
Dabei wurde es zwischendurch auch persönlicher. Friemel sprach über seine Angst vor einem Krankenhausaufenthalt und darüber, wie ausgerechnet die Menschen dort ihm diese Angst genommen hätten. Seine Geschichten wechselten ständig zwischen Klamauk und echten Momenten. Das funktionierte gerade deshalb, weil er nichts groß ankündigte, sondern einfach loserzählte.
Auch seine Radiokolumne kam zur Sprache. Seit vielen Jahren entstehen die „Friemeleien“, inzwischen seien es mehr als 2.000 Stück. Vieles schreibe er erst kurz vor der Aufnahme, erzählte Friemel: „Du musst auf die Dauer mit dem leben, was dir gerade so passiert.“ Und irgendetwas passiere eben immer.
Musikalisch ging der Abend mit „Michael & Mizzies“ weiter. Das Konzept: bekannte Songs, neue saarländische Texte und keine Berührungsangst vor Stilgrenzen. Aus „Minnie the Moocher“ wurde „Mizzies, die Knutscher“, aus „Just a Gigolo“ ein „kläner Piccolo“, aus „No Woman, No Cry“ kurzerhand „Kä Frau, kä Geschrei“. Auch „Bella Ciao“, „La vie en rose“ oder „I Feel Lonely“ bekamen ihre eigene Fassung.
Der Witz lag dabei nicht nur in den Texten. Die Mizzies spielten die Stücke mit genug musikalischem Ernst, damit der Abend nicht zur bloßen Nummernrevue wurde. Jazz, Swing und Pop liefen ineinander, dazwischen Friemels Geschichten – das passte erstaunlich gut zusammen.
Norbert Zimmer zog zur Halbzeit der Reihe ein zufriedenes Fazit. Gestartet war „Kultur im Museum“ mit Simply Unplugged an der Klosterruine Wörschweiler, danach folgten die Moving Souls an der Gustavsburg. Nun habe man mit Friemel und den Mizzies erneut einen Abend erlebt, der beim Publikum gut angekommen sei. „Du siehst ja am Zuspruch, die Ausgrabungsstätte ist toll besucht“, sagte Zimmer.
Auch die nächsten Termine stehen bereits fest. In der Gustavsburg treten die Grey Men mit Gitarrenmusik und Songs aus den 60er- und 70er-Jahren auf. Danach folgt im Römermuseum French Touch mit der Akkordeonistin Alexandra Maas. Den Abschluss übernimmt Blueshimmel an der Klosterruine Wörschweiler.
Am Donnerstagabend in Schwarzenacker musste jedenfalls niemand lange überzeugt werden. Es wurde gelacht, zugehört und später auch mitgesungen. Und Michael Friemel bewies einmal mehr, dass selbst Bofrost, Krankenhauswäsche und eine verlegte Hefe im Kühlregal für einen ganzen Abend reichen können.
Alle Bilder: Friedel Simon

















































































