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Deutsche Produkte finden weiterhin ihre Abnehmer rund um den Globus – doch wer aus den jüngsten Ausfuhrzahlen bereits eine Wende ableiten will, greift nach Einschätzung des Außenhandelsverbands zu kurz. „Die Entwicklung im Mai ist zunächst eine gute Nachricht“, kommentiert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), die aktuellen Daten. Doch im selben Atemzug bremst er die Euphorie: „Ein genauer Blick zeigt jedoch: Von einer Trendwende kann noch keine Rede sein.“

Hintergrund sind die vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Außenhandelszahlen. Demnach legten die deutschen Exporte im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent zu, während die Importe um 2,5 Prozent zurückgingen. Im Jahresvergleich fällt das Plus deutlicher aus: Gegenüber Mai 2025 stiegen die Ausfuhren um 6,1 Prozent, die Einfuhren um 6,9 Prozent.

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Doch die Impulse hinter diesen Zahlen stammen aus einer bestimmten Richtung. „Die Impulse kommen derzeit vor allem aus Drittstaaten“, erklärt Jandura. Besonders die Vereinigten Staaten hätten nach mehreren schwachen Monaten erheblich zum Anstieg beigetragen. Für den Verbandspräsidenten spricht das jedoch weniger für eine echte Erholung als für kurzfristige Sondereffekte: „Das spricht eher für Nachhol- und Vorzieheffekte sowie einzelne Großaufträge als für eine nachhaltige Erholung des Welthandels.“

Der eigentliche Befund liegt für Jandura tiefer. Der Welthandel werde, so seine Analyse, zunehmend „volatiler, politischer und härter umkämpft“. Während Europa schwächele, verlagere sich die Dynamik auf einzelne Drittmärkte – begleitet von wachsenden geopolitischen Risiken und handelspolitischen Eingriffen. Seine Forderung: breiter aufgestellte Absatzmärkte, widerstandsfähigere Lieferketten und eine konsequente Nutzung neuer Handelsabkommen. Deutschland brauche eine langfristige Handelsstrategie, die neue Märkte erschließt und bestehende Partnerschaften stärkt.

Eng damit verbunden sieht der BGA-Präsident die Bedingungen im eigenen Land. Wer international erfolgreich verkaufen wolle, müsse auch international wettbewerbsfähig produzieren können, betont Jandura. Hohe Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren, ausufernde Regulierung und eine schleppende Digitalisierung wirkten dabei „wie eine Exportbremse – lange bevor ein Produkt überhaupt die Grenze überschreitet“.

Aus dieser Verknüpfung leitet der Verband einen grundsätzlichen Appell ab. Außenhandels- und Standortpolitik ließen sich heute nicht mehr getrennt voneinander denken, so Jandura. Der Standort Deutschland entscheide „mehr denn je über den Erfolg im Export“. Die Botschaft des Verbands ist damit klar: Die Zahlen mögen ein Lichtblick sein, doch die eigentliche Arbeit an der Wettbewerbsfähigkeit steht noch bevor.

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