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Das Handy vibriert, ein schriller Ton ertönt, auf dem Display erscheint eine Warnmeldung. Für die allermeisten Menschen in Deutschland ist dieses Szenario längst Realität: 86 Prozent aller Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer haben über die Technologie Cell Broadcast bereits einen solchen Alarm empfangen. Doch was folgt auf die Warnung? Genau hier zeigt sich eine bemerkenswerte Lücke. Denn mehr als die Hälfte der Befragten weiß gar nicht, wie sie im Ernstfall reagieren soll.

Die Zahlen stammen aus einer repräsentativen Erhebung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 1.004 Personen ab 16 Jahren befragt wurden, darunter 889 Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones. Das Ergebnis zeichnet ein zwiespältiges Bild. Auf der einen Seite funktioniert die technische Alarmierung nahezu flächendeckend. Nur rund zwei Prozent der Nutzer haben die Cell-Broadcast-Funktion, die Warnungen ohne eigene App direkt auf das Gerät sendet, bewusst abgeschaltet.

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Neben dieser automatischen Alarmierung existiert eine ganze Reihe spezieller Warn-Apps – doch deren Verbreitung bleibt überschaubar. Die bundeseigene App NINA kennen zwar 70 Prozent, installiert hat sie allerdings nur rund ein Drittel. Ähnlich verhält es sich bei KATWARN, das 71 Prozent ein Begriff ist, aber lediglich von 20 Prozent genutzt wird. Die App BIWAPP kommt auf einen Bekanntheitsgrad von 39 Prozent, verwenden sie tun sie jedoch nur sechs Prozent. Immerhin achtzehn Prozent setzen gleich mehrere dieser Anwendungen parallel ein.

Für Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder ist die technische Seite damit gut aufgestellt. „Die digitale Warninfrastruktur in Deutschland steht. Über Cell Broadcast und Warn-Apps lassen sich Millionen Menschen zuverlässig und in wenigen Sekunden erreichen“, sagt er. Doch er verweist zugleich auf das eigentliche Problem: „Eine Warnung ist aber nur der erste Schritt. Die Bürgerinnen und Bürger müssen wissen, was sie im Krisenfall zu tun haben – und sie müssen sich auf diesen Fall frühzeitig vorbereiten.“

Genau daran hapert es offenbar. 55 Prozent der Befragten geben an, nicht zu wissen, wie sie auf eine eingehende Warnung reagieren sollen. Paradoxerweise ist diese Unsicherheit ausgerechnet bei jenen, die eine Warn-App aktiv nutzen, mit 58 Prozent sogar noch etwas höher. Die reine Verfügbarkeit der Technik schafft also keineswegs automatisch Handlungssicherheit.

Der Wunsch nach besserer Aufklärung ist entsprechend deutlich. 82 Prozent der Menschen in Deutschland fordern, die Bevölkerung müsse gründlicher darüber informiert werden, wie sie sich in Krisen oder bei einem Angriff zu verhalten hat. Die Umfrage macht damit klar, wo der eigentliche Handlungsbedarf liegt: nicht bei der Technik, die zuverlässig warnt, sondern bei dem Wissen darüber, was nach dem Alarm zu tun ist.

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