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Brachliegende Industrieflächen, kontaminierte Böden und kaum kalkulierbare Sanierungskosten: Was am Saarbrücker Wohngebiet „Im Knappenroth“ derzeit sichtbar wird, ist nach Auffassung der Saar-Grünen kein lokales Problem, sondern ein Spiegelbild eines flächendeckenden Versäumnisses. Die Partei fordert deshalb die Gründung eines eigenen Landesverbandes für Flächenrecycling und Altlastensanierung.

Auslöser des Vorstoßes ist die jüngste Kostenkalkulation für das Projekt „Im Knappenroth“. Die dort offengelegten Unsicherheiten bei Sanierungsaufwand, Altlastenbelastung und wirtschaftlichem Risiko zeigen aus Sicht der Grünen exemplarisch, woran die Entwicklung belasteter Areale im Land regelmäßig scheitert: an Kosten, die ohne öffentliche Förderung kaum zu stemmen sind.

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„Der Knappenroth ist kein Einzelfall, sondern symptomatisch für viele ehemalige Industrieflächen im Saarland“, betont Anne Lahoda, stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-Grünen. Notwendig sei eine zentrale Stelle, die Fachwissen bündele, Sanierungsvorhaben fachlich begleite und Kommunen den Rücken stärke. Als Modell verweist Lahoda auf den AAV in Nordrhein-Westfalen, einen Verband, der dort seit Jahren die Wiedernutzbarmachung kontaminierter Flächen koordiniert.

Das Saarland steht dabei vor einem Paradox: Während Flächen für Wohnen, Gewerbe und Infrastruktur knapp werden, schlummern zahlreiche Industrie- und Gewerbebrachen seit Jahren ungenutzt im Bestand. Der Grund ist meist derselbe – die Altlasten machen eine Entwicklung wirtschaftlich unattraktiv. Wo lukrative Lagen locken, finden sich rasch Investoren, etwa beim ehemaligen DSD-Gelände in Homburg, das unter dem Namen „Coeur“ neu entwickelt wird. Weniger rentable Areale bleiben hingegen sich selbst überlassen.

Die Folge ist nach Darstellung der Partei doppelt problematisch. Innerstädtische Potenzialflächen bleiben liegen, während im Außenbereich immer neue Flächen für Bauprojekte herangezogen werden. Ein Kreislauf, der den ohnehin angespannten Flächenverbrauch im Land weiter verschärft und zugleich städtebauliche Chancen verspielt.

„Flächenrecycling und Stadtentwicklung dürfen nicht davon abhängen, ob sich ein Grundstück für private Investor:innen sofort rechnet“, so Lahoda. Gerade die schwierigen Standorte seien auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Ein Landesverband könne Kommunen in die Lage versetzen, Flächen nach städtebaulichen Maßstäben zu entwickeln, statt sie der Rentabilitätslogik des Marktes zu überlassen.

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Der entsprechende Antrag mit dem Titel „Ein saarländischer Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung nach dem Vorbild des AAV in NRW“ wurde bereits auf einem Landesparteitag der Grünen beschlossen. Damit liegt ein konkreter politischer Auftrag auf dem Tisch – die Umsetzung wäre nun Sache der Landespolitik.

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