Wie viel Zucker steckt eigentlich im eigenen Alltag – und was lässt sich dagegen tun? Mit genau solchen Fragen haben sich junge Teilnehmende des Jugendprojekts „Meilenstein“ kürzlich eine ganze Woche lang beschäftigt. Die Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung im Saarpfalz-Kreis (AQuiS GmbH) hatte gemeinsam mit dem Jobcenter des Saarpfalz-Kreises, dem Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS e.V.) und dem Marienhof in Gerlfangen ein Programm auf die Beine gestellt, das weit über trockene Ernährungstipps hinausging.
Los ging es mit einem Workshop unter der Leitung von Frank Vogelgesang vom PuGiS e.V., der unter dem Titel „Süße Gefahr? Zucker und seine Rolle in der Gesundheitsprävention“ stand. Statt Frontalunterricht war Selbstreflexion gefragt: Die Teilnehmenden analysierten in Gruppenarbeiten ihre eigenen Essgewohnheiten und ordneten die konsumierten Lebensmittel in gesunde und weniger gesunde Kategorien ein. Wer sich dabei ertappt fühlte, bekam gleich im Anschluss die Gelegenheit, es besser zu machen – denn der theoretische Teil mündete direkt in die Praxis.
Gemeinsam bereitete die Gruppe sogenannte Bowls zu, also Schüsselgerichte, die nach dem Baukastenprinzip aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen zusammengestellt werden. Der Clou: Jede Mahlzeit ließ sich individuell anpassen und war bewusst so konzipiert, dass sie auch im Alltag ohne großen Aufwand nachzukochen ist. Nährstoffreich und trotzdem unkompliziert – das war die Botschaft, die bei den jungen Leuten ankommen sollte.

Einen ganz anderen Zugang zum Thema Ernährung bot der Besuch auf dem Marienhof in Gerlfangen. Der familiengeführte Bioland-Betrieb von Karin und Stefan Zenner öffnete seine Tore für eine Hofführung, die Annika Zenner leitete. Ökologische Kreisläufe, nachhaltige Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung standen dabei im Mittelpunkt. Für viele Teilnehmende war es das erste Mal, dass sie die Herkunft von Lebensmitteln so unmittelbar erleben konnten – vom Feld und Stall bis auf den Teller. Dieser direkte Kontakt zur Produktion verlieh den theoretischen Inhalten der Woche eine greifbare Dimension.
Die Projektwoche verfolgte ein klares Ziel: Durch die Verbindung von Wissen, praktischem Tun und neuen Eindrücken sollte bei den jungen Menschen ein nachhaltiges Bewusstsein für gesunde Ernährung entstehen. Landrat Frank John, der dem Aufsichtsrat der AQuiS GmbH vorsitzt, unterstrich die Bedeutung des Formats: „Eine gute Basis für Gesundheitsprävention ist die Vermeidung ungesunder Ernährungsgewohnheiten. Dieses Vermittlungsmodell für eine gesunde Ernährung und die Netzwerkarbeit mit PuGiS sind sehr wertvoll.“
Das Projekt „Jugendaktivierungsmaßnahme Meilenstein-AQuiS“ wird über das Programm „Investitionen in Beschäftigung und Wachstum“ finanziert. Die Förderung kommt vom saarländischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit, vom Europäischen Sozialfonds Plus sowie vom Jobcenter Saarpfalz-Kreis. Damit steht das Angebot auf einem breiten Fundament – und die Projektwoche zur gesunden Ernährung hat gezeigt, dass dieses Fundament trägt.
















