Am Erlebnisort Reden im Landkreis Neunkirchen steht ein tiefgreifender Umbruch bevor: Am Dienstag, 5. Mai, stellt die RAG Aktiengesellschaft im Rahmen ihres Grubenwasserkonzeptes für das Saarland die Pumpen der Wasserhaltung am Standort ab. Die Wasserflächen und Wasserfälle, die den Wassergarten Reden über Jahre hinweg geprägt haben, werden damit trockenfallen. Was zunächst nach einem Verlust klingt, soll nach dem Willen der Landesregierung zum Startschuss für eine umfassende Neugestaltung werden.
Gemeinsam mit dem Zweckverband Erlebnisort Reden arbeitet die Landesregierung derzeit an einem Zukunftskonzept, das weit über eine bloße Nachnutzung der bisherigen Wasserflächen hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen drei Handlungsfelder: die konkreten Schritte nach dem Ende des Pumpbetriebs, eine bessere Erreichbarkeit und Barrierefreiheit des Geländes sowie neue Impulse, die den gesamten Standort als touristisches und kulturelles Ziel stärken sollen. Grundlage dafür bilden eine technische und eine touristische Machbarkeitsstudie, die von der Industriekultur Saar GmbH in Auftrag gegeben wurden.
Der Rückbau des bisherigen Wassersystems wird nicht abrupt, sondern schrittweise und unter ökologischer Begleitung vollzogen. Oberste Priorität hat dabei der Schutz von Flora und Fauna. Zunächst werden die Fische kontrolliert abgefischt und in geeignete Gewässer umgesiedelt. Danach folgt die fachgerechte Rückführung der verbliebenen Wasserbereiche, bevor die Becken von Schlamm und Ablagerungen gereinigt werden. Sämtliche Maßnahmen laufen in enger fachlicher Abstimmung, um die ökologischen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.
Parallel zur langfristigen Planung soll der Standort auch in der Übergangsphase lebendig bleiben. Gemeinsam mit landesnahen Einrichtungen der Kreativwirtschaft und dem Standortmanagement entsteht ein Pop-up-Konzept, das kurzfristig kulturelle und kreative Nutzungen auf dem Gelände ermöglichen soll. Langfristig könnte etwa Urban Art – im Einklang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes – zu einem festen Baustein der touristischen Weiterentwicklung werden. Die Machbarkeitsstudien sollen aufzeigen, wie sich Natur, Kultur und Tourismus am Standort dauerhaft miteinander verbinden lassen.
Ein konkreter Fortschritt zeichnet sich bereits bei der Barrierefreiheit ab. Die bestehende Aufzuganlage war wegen wiederkehrender Störungen im Jahr 2025 außer Betrieb genommen worden. Nun ist der Einbau einer komplett neuen Anlage beschlossen. Bis zur Fertigstellung, die voraussichtlich rund eineinhalb Jahre dauern wird, sollen die vorhandenen Zugänge über die Parkplätze sowie die treppenfreien Wege so verbessert werden, dass mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher den Erlebnisort möglichst gut erreichen können.
Hinter dem Projekt steht ein breites Bündnis öffentlicher Akteure. Die Industriekultur Saar GmbH vereint als Gesellschafter das Saarland, den Landkreis Neunkirchen, den Regionalverband Saarbrücken und die Gemeinde Quierschied. Gesteuert wird die Gesellschaft über Geschäftsführung und Aufsichtsrat, in dem alle Partner vertreten sind. Der Erlebnisort Reden selbst ist Teil eines bedeutenden industriekulturellen Gesamtensembles im Landkreis Neunkirchen, zu dem neben dem Wassergarten auch weitere Entwicklungsflächen und Veranstaltungsorte gehören.
Erklärtes Ziel aller Beteiligten ist es, auch nach der Neugestaltung ein attraktives Ausflugsziel für alle Generationen zu erhalten. Etablierte Formate wie die stark besuchte FaRK und andere regelmäßige Veranstaltungen sollen weiterhin ihren Platz finden. Die Entscheidungen über Investitionen und den künftigen Betrieb werden gemeinsam mit den Partnern vor Ort getroffen – unter Abwägung von Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und den Perspektiven für die Standortentwicklung.

















