Zwischen Schatten und Mondlicht-Auf den Spuren der Fledermäuse im nächtlichen Wald Foto: Carmen John

Zehn junge Menschen standen am Abend des 24. April am Glashütter Weiher in Rohrbach, als über dem Wasser die ersten Schatten lautlos durch die Dämmerung glitten. Was folgte, war eine Begegnung mit Tieren, die viele nur aus Büchern kennen – und die direkt vor der eigenen Haustür leben. Die Fledermaus-Wanderung der Jungen Biosphäre, organisiert von der Koordinierungsstelle für nachhaltige Jugendarbeit des Saarpfalz-Kreises, machte die nachtaktiven Jäger für die Teilnehmenden greifbar.

Bevor es in die Dunkelheit ging, stimmte Fledermaus-Expertin Silke Reinig die Gruppe mit einem interaktiven Quiz ein. Fragen wie „Wie viele Jungtiere bekommen Fledermäuse pro Jahr?“ oder „Wer kümmert sich um den Nachwuchs, während die Muttertiere jagen?“ lockerten nicht nur die Atmosphäre auf, sondern vermittelten bereits erstes Fachwissen. Die Resonanz war groß – alle Teilnehmenden beteiligten sich rege und stellten eigene Fragen.

Mit einsetzender Dunkelheit verlagerte sich das Geschehen ans Ufer des Weihers. Dort erklärte Reinig, dass sämtliche heimischen Fledermausarten sich per Ultraschall und Echoortung orientieren – Signale, die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Umso eindrucksvoller war der Moment, als ein spezieller Detektor zum Einsatz kam und die Rufe der Tiere hörbar machte. Im Schein der Taschenlampen ließen sich die Fledermäuse schließlich bei ihrem Beuteflug direkt über der Wasseroberfläche beobachten.

Die Expertin nutzte den Abend auch, um auf die Bedrohung der Fledermäuse aufmerksam zu machen. „Wenn man Fledermäusen etwas Gutes tun möchte, ist es entscheidend, für ausreichend Insekten zu sorgen. Alles, was Insekten fördert – wie wilde Ecken im Garten oder Insektenhotels – hilft auch den Fledermäusen“, sagte Reinig. Der Hintergrund ist alarmierend: Jede Fledermaus muss pro Nacht etwa die Hälfte ihres eigenen Körpergewichts an Nahrung aufnehmen. Das zunehmende Insektensterben entzieht den Tieren damit buchstäblich die Lebensgrundlage.

Auch Landrat Frank John ordnete die Veranstaltung ein und betonte ihren Bildungswert. „Solche Angebote sind ein wichtiger Beitrag zur Umweltbildung junger Menschen. Sie schaffen Bewusstsein für den Schutz unserer heimischen Tierwelt und zeigen, wie spannend Natur direkt vor der eigenen Haustür sein kann“, so John. Dass die Exkursion für die Teilnehmenden kostenfrei war, ermöglichte die Förderung durch die Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz – ein Umstand, der die Zugänglichkeit solcher Formate erheblich erleichtert.

Die Junge Biosphäre will an diesen Erfolg anknüpfen und kündigt weitere Aktionen rund um Natur, Nachhaltigkeit und Umweltbildung an. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet aktuelle Termine über die sozialen Medien unter @jungebiosphaere sowie auf der Webseite www.junge-biosphaere.de

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