Foto: MFW
Anzeige

Nikita Garnov ist ab dem 1. Mai neuer Professor für Medizinphysik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Seine Ernennungsurkunde nahm der Wissenschaftler am 27. April im saarländischen Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft entgegen. Mit seiner Berufung gewinnt die htw saar einen Forscher, dessen Expertise in der hochauflösenden Magnetresonanztomographie weit über die klassische Bildgebung hinausreicht.

Garnov bringt einen ungewöhnlichen Werdegang mit. Sein Studium der Biomedizinischen Technik absolvierte er an der Staatlichen Radiotechnischen Universität Taganrog in Südrussland, bevor er 2003 nach Deutschland kam. An der Universität Leipzig arbeitete er zunächst am Institut für Medizinische Physik und Biophysik, anschließend in der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Seine Promotion legte er an der Technischen Universität Ilmenau ab. Zuletzt leitete er als Eichamtsleiter eine Dienststelle in der Sächsischen Verwaltung – ein Schritt, der ihn vorübergehend aus der akademischen Forschung herausführte.

Anzeige

Sein zentrales Forschungsfeld dreht sich um die sogenannte mikro-MRT, eine besonders hochauflösende Variante der Magnetresonanztomographie. Mit dieser Technik lässt sich die mikroskopische Kollagenstruktur von Gelenkknorpel zerstörungsfrei untersuchen. Das Verfahren eröffnet neue Möglichkeiten in der Früherkennung von Arthrose, einer Erkrankung, die durch degenerative Veränderungen der Gelenkstruktur entsteht. Arthrose gilt als Volkskrankheit, die nicht nur erhebliches persönliches Leid verursacht, sondern auch immense wirtschaftliche Kosten nach sich zieht. Darüber hinaus beschäftigt sich Garnov mit MRT-Anwendungen in der Adipositasforschung und bei bildgesteuerten Eingriffen der interventionellen Radiologie.

An der htw saar übernimmt er seine Professur in der Fakultät für Ingenieurswissenschaften. In der Lehre wird er vor allem Studierende der Fachrichtungen Biomedizinische Technik und Medizinische Physik ausbilden. Damit stärkt die Hochschule ein Segment, das an der Schnittstelle von Ingenieurwesen und Medizin zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Anzeige

Garnov hat sich darüber hinaus vorgenommen, an der htw saar eine eigenständige wissenschaftliche Kompetenz im Bereich der mikro-MRT aufzubauen. Anwendungsorientierte Forschung im medizinisch-physikalischen Bereich soll dabei nicht auf die eigene Fakultät beschränkt bleiben. Kooperationen mit anderen Einrichtungen der Hochschule sowie mit externen Partnern stehen ausdrücklich auf seiner Agenda. Für die htw saar bedeutet die Berufung damit nicht nur einen personellen Zugewinn, sondern auch die Chance, sich in einem zukunftsträchtigen Forschungsfeld stärker zu positionieren.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein