Ein Insektenhotel als Auszeichnung für vorbildliche Jugendarbeit – Kleinottweiler hat beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zwar nicht den ersten Platz geholt, dafür aber ein Geschenk erhalten, das nun sichtbar zum Ortsbild beiträgt. Das vom saarländischen Umweltministerium und der EU finanzierte Holzhäuschen steht seit einem Arbeitseinsatz engagierter Dorfbewohner auf den oberen Terrassen des Friedhofs – und fügt sich dort in ein ohnehin bemerkenswertes Naturprojekt ein.
Der Weg dorthin begann im vergangenen Jahr, als sich die Dorfgemeinschaft dem Wettbewerb stellte und eine gute Platzierung erreichte. In der Kategorie „Kinder- und Jugendarbeit im Ort“ schnitt Kleinottweiler auf Ebene des Saarpfalz-Kreises sogar am besten ab und qualifizierte sich damit für den Landesentscheid. Dort reichte es nicht ganz für den Sieg, doch neben viel Anerkennung gab es eine Urkunde des Umweltministeriums – und eben jenes Insektenhotel, das Bienen und anderen Insekten Unterschlupf bieten soll.
Ortsvorsteher Daniel Heintz schlug dem Ortsrat und dem Förderverein Dorfleben vor, das neue Quartier für Krabbeltiere im oberen Friedhofsbereich aufzustellen. Kein zufällig gewählter Platz: Dort läuft bereits das Projekt „Lebendiger Friedhof Kleinottweiler“, das die stellvertretende Ortsvorsteherin Nicole Herrman initiiert hat. Spezielle Hangbepflanzungen auf dem sandigen Heideboden und zwei Wasserbecken verwandeln den Bereich seit einiger Zeit in einen kleinen Naturraum, der vor allem bei Schmetterlingen großen Zuspruch findet.
Der sogenannte „Schafftrupp“, hervorgegangen aus dem Förderverein Dorfleben, packte bei der Aufstellung kräftig mit an. Auf dem sandigen und felsigen Untergrund war einiges an Arbeit nötig, bis das Insektenhaus auf soliden Pfeilern stand. Direkt daneben befindet sich die „Bee Bank“ – eine Fläche, auf der sich vor allem Wildbienen tummeln. Gemeinsam mit den Blühflächen und den Wasserbecken entsteht so ein zusammenhängendes Biotop, das den oberen Friedhof zu einem lebendigen Rückzugsort für Insekten und Falter macht.
Daniel Heintz würdigte das Engagement der gesamten Dorfgemeinschaft beim Wettbewerb und dankte dem „Schafftrupp“ ausdrücklich für den Einsatz. Nicole Herrman, die das Konzept des lebendigen Friedhofs entwickelt hat, war beim Arbeitseinsatz ebenfalls vor Ort und kümmert sich weiterhin insbesondere um die Wasserbecken. Was als Wettbewerbsteilnahme begann, hat in Kleinottweiler damit einen ganz konkreten Mehrwert hinterlassen: einen Ort, an dem Naturschutz und Dorfgemeinschaft auf wenigen Quadratmetern sichtbar zusammenwachsen.






















