Die saarländische Verbraucherschutzministerin Petra Berg stellt sich hinter die Pläne der Bundesregierung für eine Zuckersteuer – und macht zugleich deutlich, dass eine einzelne Abgabe allein nicht reicht. In einem am 28. April veröffentlichten Statement positioniert sich das Saarland klar als Befürworter des Vorhabens, verknüpft die Unterstützung aber mit konkreten Forderungen und eigenen Akzenten in der Gesundheitsprävention.
Berg betonte, eine solche Abgabe auf überhöhte Zuckermengen in Lebensmitteln ziele nicht darauf ab, die Staatskasse zu füllen. Vielmehr gehe es darum, den Einsatz sogenannter freier Zucker in verarbeiteten Produkten spürbar zu senken. „Eine ‚Zuckersteuer‘ dient nicht der Erhöhung staatlicher Einnahmen, sondern der Reduktion von vermeidbaren Mengen sogenannter freier Zucker in Lebensmitteln“, so die Ministerin wörtlich. Gleichzeitig mahnte sie an, den möglichen Einsatz alternativer Süßstoffe wissenschaftlich zu begleiten – ein Hinweis darauf, dass eine bloße Substitution von Zucker durch andere Süßungsmittel nicht automatisch einen gesundheitlichen Fortschritt bedeutet.
Als Beleg für die Wirksamkeit einer solchen Steuer verwies Berg auf Großbritannien, wo ein vergleichbares Instrument bereits eingeführt wurde und nachweislich dazu beigetragen habe, den Gehalt freier Zucker in Getränken und Lebensmitteln zu reduzieren. Die freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie habe hingegen nicht die erhofften Ergebnisse geliefert. Das Saarland habe sich bereits auf Bundesebene dafür stark gemacht, Ernährungsumgebungen fairer zu gestalten und zu verhindern, dass wirtschaftliche Interessen zulasten der Gesundheit gehen.
Doch die Ministerin warnte davor, die Debatte auf ein einziges Instrument zu verengen. Es brauche stets einen Mix aus verhaltens- und verhältnispräventiven Ansätzen, um den Zuckerkonsum nachhaltig zu senken. Im Saarland setze man deshalb gezielt auf frühe Prävention in Kitas und Schulen. Dafür stelle das Land sowohl finanzielle als auch personelle Mittel bereit, um ein faires Ernährungsumfeld speziell für Kinder und Jugendliche zu schaffen. „Dazu stehen wir im Saarland mit unseren lokalen Partnern im stetigen Austausch und führen gemeinsame Projekte durch, um insbesondere bei jungen Menschen die Sensibilität zu erhöhen, damit ‚ungesunde‘ Gewohnheiten erst gar nicht entstehen“, erklärte Berg.
Das Statement reiht sich in eine bundesweit geführte Diskussion ein, in der Befürworter einer Zuckersteuer auf die positiven Erfahrungen anderer Länder verweisen, während Kritiker vor Mehrbelastungen für Verbraucher und bürokratischem Aufwand warnen. Mit ihrer Positionierung gehört die saarländische Landesregierung zu den Stimmen, die das Vorhaben der Bundesregierung ausdrücklich mittragen – allerdings verbunden mit dem klaren Signal, dass eine Abgabe allein noch keine Ernährungswende bewirkt. Entscheidend werde sein, ob es gelingt, regulatorische Maßnahmen und Bildungsarbeit so zu verzahnen, dass sich Essgewohnheiten tatsächlich langfristig verändern.


















