
Fünf Kindertageseinrichtungen im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau machen sich auf den Weg zu einem besonderen Gütesiegel: Als erste Kitas überhaupt sollen sie innerhalb von zwei Jahren als sogenannte Biosphären-Kitas zertifiziert werden. Den offiziellen Startschuss für die Pilotphase gab ein gemeinsames Netzwerktreffen beim Biosphärenzweckverband Bliesgau, bei dem sich die beteiligten Einrichtungen erstmals an einen Tisch setzten.
Das Konzept knüpft an ein bereits bewährtes Modell an. Seit einiger Zeit tragen Schulen in der Region die Auszeichnung als Biosphärenschulen – nun weitet der Zweckverband das Bildungsnetzwerk auf den Elementarbereich aus. Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, soll damit schon bei den Jüngsten fest im pädagogischen Alltag verankert werden. Naturerfahrungen, regionale Identität und ein bewusster Umgang mit der Umwelt rücken so ganz selbstverständlich in den Kita-Alltag.
Die fünf Einrichtungen, die an der Pilotphase teilnehmen, verteilen sich über das gesamte Biosphärenreservat: die Protestantische Kita Erdenkinder in Schwarzenacker, die Katholische Kita St. Lukas in Bliesransbach, die Kindertagesstätte Peppenkum, die Katholische Kita St. Maria in Alschbach sowie die Katholische Kita Mariä Himmelfahrt in Biesingen und Assweiler. Sie alle durchlaufen in den kommenden zwei Jahren ein strukturiertes Zertifizierungsverfahren.
Beim Auftakttreffen ging es zunächst darum, die Kriterien für die Auszeichnung gemeinsam durchzugehen und das konkrete Prozedere zu klären. Mindestens ebenso wichtig war den Organisatoren aber der persönliche Austausch zwischen den Teams der einzelnen Häuser. Von Anfang an soll ein lebendiges Netzwerk entstehen, in dem Erfahrungen geteilt und Ideen gemeinsam weiterentwickelt werden können.
Saarpfalz-Landrat Frank John, der als Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes fungiert, unterstreicht die Tragweite des Vorhabens: „Mit den Biosphären-Kitas investieren wir in die Zukunft unserer Region. Wenn Kinder schon früh lernen, verantwortungsvoll mit Natur und Ressourcen umzugehen, stärken wir nicht nur ihre persönliche Entwicklung, sondern auch die nachhaltige Ausrichtung unseres Landkreises.“ Für John ist das Projekt ein logischer nächster Schritt, nachdem sich das Schulnetzwerk bereits etabliert hat.
Finanziert wird der Aufbau des Kita-Netzwerks über ein bestehendes LEADER-Projekt. Insgesamt fließen rund 67.807 Euro in die Initiative – 80 Prozent davon stammen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes, die restlichen 20 Prozent steuert das saarländische Umweltministerium bei. Die Förderung ist eingebettet in den Saarländischen Entwicklungsplan für den ländlichen Raum 2023–2027 und die LEADER-Strategie der Region Biosphärenreservat Bliesgau.
Konkret bedeutet die Zertifizierung für die teilnehmenden Kitas, dass Kinder spielerisch und altersgerecht erfahren, wie Mensch, Natur und Umwelt zusammenhängen – und zwar direkt vor ihrer Haustür im Bliesgau. Ob beim Erkunden von Streuobstwiesen, beim Umgang mit regionalen Lebensmitteln oder beim Beobachten heimischer Tier- und Pflanzenarten: Nachhaltigkeit wird greifbar statt abstrakt.
Mit dem gelungenen Auftakt ist der Grundstein gelegt. In den kommenden Monaten werden die fünf Einrichtungen ihre pädagogischen Konzepte Schritt für Schritt an die Zertifizierungskriterien anpassen. Wer Fragen zum Projekt hat, kann sich an Projektkoordinatorin Sandra Klingler unter der Telefonnummer 06842-9600921 wenden. Gelingt die Pilotphase, dürfte das Netzwerk der Biosphären-Kitas im Bliesgau in den kommenden Jahren weiter wachsen.




















