Foto: Stephan Dinges
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Wer wissen will, wie das Leben rund 400 Jahre vor Christus tatsächlich ausgesehen hat, muss am zweiten Juniwochenende nach Reinheim kommen. Am Samstag, 13. Juni, und Sonntag, 14. Juni, jeweils von 10 bis 18 Uhr, verwandeln keltische Darstellergruppen das Areal rund um das Fürstinnengrab im Kulturpark Bliesbruck-Reinheim in eine begehbare Zeitkapsel. Die Aktionstage ergänzen die laufende Sonderausstellung „Gold im Sand“ und rücken die titelgebende Fürstin von Reinheim in den Mittelpunkt.

Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Statt bloßer Vitrinen-Archäologie sollen die Besucher die Eisenzeit mit allen Sinnen erfahren. Kleidung, Schmuck, Ernährung und Handwerk werden nicht nur erklärt, sondern unmittelbar vorgeführt. Wer durch das Gelände schlendert, trifft auf Menschen in Tracht, hört das Klingen von Werkzeug und riecht den Rauch offener Feuerstellen.

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Im Zentrum der Handwerksvorführungen stehen der Bronzeguss, der allerdings vom Wetter abhängt, sowie das Bogenschießen und das Färben von Textilien mit pflanzlichen Mitteln. Gerade die Stoffveredelung führt vor Augen, wie aufwendig die Herstellung eines einzelnen Kleidungsstücks in dieser Epoche tatsächlich war. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Trachtschmuck eisenzeitlicher Frauen in der Großregion – ein Themenfeld, das eng mit der historischen Bedeutung der Fürstin von Reinheim verknüpft ist.

Wie genau sich die Menschen damals kleideten, zeigt eine kleine, aber sorgfältig zusammengestellte Modenschau. Die Darsteller präsentieren Rekonstruktionen, die auf archäologischen Funden basieren, und machen sichtbar, was Stoffreste und Schmuckfragmente sonst nur erahnen lassen. So entsteht ein lebendiges Bild davon, wie Status, Identität und Alltag in der keltischen Gesellschaft über die äußere Erscheinung kommuniziert wurden.

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Auch die Frage, was bei den Kelten eigentlich auf den Tisch kam, bleibt nicht offen. Ein Schautisch zur Ernährung und eine aktive Kochstelle laden zum Nachfragen und Beobachten ein. Getreide, Hülsenfrüchte, Wildpflanzen und das, was Jagd und Viehzucht hergaben, prägten den keltischen Speiseplan weit stärker, als es heutige Klischees vermuten lassen. Die Vorführung verbindet hier ganz nebenbei Archäologie mit praktischer Kulturgeschichte.

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Für den Kulturpark Bliesbruck-Reinheim sind die Aktionstage ein zentrales Element der Vermittlungsarbeit rund um die Sonderausstellung. Sie schlagen eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und einem breiten Publikum, das sich gerade an einem Familienwochenende auf das Thema einlassen kann. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.europaeischer-kulturpark.de, auf Facebook unter „Europaeischer.Kulturpark“ sowie telefonisch unter 06843/9002-11. Programmänderungen behalten sich die Veranstalter ausdrücklich vor.

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