Im Juli 2014 wurde Christine Becker (SPD) vom Homburger Stadtrat zur Ersten Beigeordneten für die Dauer von zehn Jahren gewählt. Damit wäre sie faktisch bis ins Jahr 2024 im Amt. Doch eine „höhere Macht“ schickte sich an, dieses zu verhindern: Das Deutsche Beamtenrecht.

Dieses sieht vor, dass Beamte des Geburtsjahrgangs 1954 die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren und acht Monaten erreichen. Im Juli des Jahres hätte Christine Becker in Pension gehen können. Wollte sie aber nicht, weil sie sich fit genug fühlt und ihr die Arbeit an der Verwaltungsspitze der Kreisstadt Freude macht. Nun ist es aber gerade jenes Beamtenrecht, das ihr da aus der Patsche helfen konnte. Es sieht im Saarland die Möglichkeit vor, eine Verlängerung der Arbeitszeit zu beantragen, dies aber maximal bis zum vollendeten 68. Lebensjahr. Der von Becker gestellte Antrag wurde zwar positiv beschieden, doch weil sie von einem politischen Gremium in das Amt gewählt wurde ist es verpflichtend, dass eben dieses Gremium auch einer gewünschten Verlängerung zustimmt. Das passierte am letzten Donnerstag im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung. Sie sei sehr glücklich und stolz darüber, dass der Rat dies einstimmig getan hatte, ließ sie über die Pressestelle mitteilen. Auch freute sie sich, dass Bürgermeister Michael Forster sie im Rat für ihre Arbeit und Kontinuität gelobt und eine Empfehlung zur Zustimmung ausgesprochen habe. Damit bleibt Christine Becker bis November 2022 als Erste Beigeordnete in der Verantwortung.

Ebenfalls in nichtöffentlicher Sitzung hatte der Rat über einen zusätzlich aufgenommenen Tagesordnungspunkt zum Kombibad KOI zu befinden. Auch dort sind die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Liquiditätsengpässe und Kurzarbeit drohen. Deshalb bat die Geschäftsführung um Prüfung, ob die Bädergesellschaft der Stadt Homburg die normalerweise zur Jahresmitte vorgesehen Tranche des Betriebskostenzuschusses bereits jetzt auszahlen könnte. Dem sollte der Stadtrat zustimmen und tat das auch. Im Schnitt zahlt die Stadt Homburg jährlich einen Betriebskostenzuschuss von rund 400.000 Euro an das KOI, aufgeteilt in zwei Beträge zur Jahresmitte und zum Jahresende.

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