Wer für Studium oder Forschung aus dem Ausland ins Saarland kommt, soll künftig weniger Zeit mit Behördengängen verlieren. Genau hier setzt eine neue Servicestelle der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) an, die am 1. September 2026 direkt auf dem Campus der Universität des Saarlandes in Saarbrücken ihre Arbeit aufnimmt. Land, Universität und ZAB haben das Angebot gemeinsam entwickelt, um internationalen Talenten aufenthaltsrechtliche Fragen so unkompliziert wie möglich zu machen.
Der Start ist bewusst als Soft-Launch angelegt. In den ersten Wochen sollen die Abläufe im laufenden Betrieb erprobt und bei Bedarf nachjustiert werden. Ziel ist, dass die Anlaufstelle bis zum Beginn des Wintersemesters 2026/2027 Mitte Oktober als eingespielte Einrichtung funktioniert. Nach einer ersten Evaluation soll das Angebot schrittweise auch für die anderen saarländischen Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen geöffnet werden.
Zunächst richtet sich die Servicestelle ausschließlich an internationale Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität des Saarlandes. Diese Erprobung läuft in enger Abstimmung mit dem Welcome Center der Universität. Untergebracht ist die Einrichtung in Räumen des Gebäudes C5 5, die die Hochschule zur Verfügung stellt. Nutzen können sie Studierende, die einen studentischen Aufenthaltstitel nach § 16b Aufenthaltsgesetz beantragen oder verlängern wollen, sowie Forschende in einem Arbeits-, Forschungs- oder Dienstverhältnis mit der Universität.
Vor Ort werden Unterlagen entgegengenommen und auf Vollständigkeit geprüft, Biometriedaten erfasst und elektronische Aufenthaltstitel sowie Fiktionsbescheinigungen ausgegeben. Die eigentliche Fallbearbeitung verbleibt bis auf Weiteres bei der Zentralen Ausländerbehörde. Geöffnet ist die Stelle montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags zusätzlich von 13 bis 15.30 Uhr. Termine lassen sich per E-Mail über das Welcome Center oder direkt bei der Behörde vereinbaren.
Die neue Servicestelle ist Teil einer breiteren Strategie, mit der das Saarland seine Willkommenskultur für internationale Talente ausbaut. Dazu zählt auch der Ausbau der Infrastruktur auf dem Campus: Mit dem Projekt Campus 1000 entsteht zusätzlicher studentischer Wohnraum, im ersten Bauabschnitt sind 234 Wohnplätze vorgesehen.
Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker betont die Bedeutung für den Standort: „Im Wettbewerb um Fachkräfte kann das Saarland mit attraktiven Hochschulen und einer ausgeprägten Willkommenskultur punkten.“ Die Servicestelle und die neuen Wohnheimplätze schafften ein auch im Bundesvergleich herausragendes Angebot. Er sei froh, dass die Stelle noch vor dem Semesterstart ihre Arbeit aufnehmen könne.
Innenminister Reinhold Jost sieht darin einen „schnellen und passgenauen Zugang zu ausländerrechtlicher Beratung“, der zugleich der Fachkräftesicherung diene. Anliegen, die den Universitätsbereich nicht berühren, würden bis zur vollständigen Digitalisierung der Ausländerbehörde weiterhin am Standort Lebach bearbeitet. Universitätspräsident Prof. Ludger Santen ordnet das Angebot in die Internationalisierungsstrategie der Hochschule ein: Neben guten Bedingungen für Studium, Lehre und Forschung wolle man den internationalen Gästen auch praktisch unter die Arme greifen.
Termine für die Zielgruppe der Universität können ab dem 1. September 2026 per E-Mail direkt bei der Ausländerbehörde (zab-campus@lava.saarland.de) oder über das Welcome Center (welcome@uni-saarland.de) beantragt werden. Welche Dokumente jeweils nötig sind, teilt das Einladungsschreiben mit. In Einzelfällen kann es weiterhin erforderlich sein, den Antrag bei der Zentralen Ausländerbehörde in Lebach zu stellen.



















