Symbolbild

Der Fernseher im Wohnzimmer verliert an Boden, während das Streaming immer weiter davonzieht. Und mitten in diesem Wandel mischt eine Technologie kräftig mit, die längst nicht mehr nur im Hintergrund arbeitet: Künstliche Intelligenz. Sie hält Einzug in Filme, Musik, Kopfhörer und Brillen – und stellt die Menschen zugleich vor eine zentrale Forderung. Neun von zehn Deutschen wünschen sich, dass KI-generierte Inhalte klar als solche gekennzeichnet werden. Das geht aus der neuen Trendstudie des Digitalverbands Bitkom zur „Zukunft der Consumer Technology 2026″ hervor.

Der Markt für Unterhaltungselektronik selbst zeigt sich weiter in der Abwärtsbewegung. In diesem Jahr rechnet der Bitkom mit einem Rückgang um 2,4 Prozent, von 7,8 auf 7,6 Milliarden Euro. Damit sinken die Umsätze bereits das sechste Jahr in Folge, nachdem sie in der Corona-Zeit noch auf 9,3 Milliarden Euro hochgeschnellt waren. „Nach den außergewöhnlich starken Corona-Jahren hat sich der Markt wieder normalisiert“, erklärt Bitkom-Präsidiumsmitglied Olaf May. Technik werde heute selektiver gekauft, größere Anschaffungen häufiger verschoben oder über Aktionen realisiert.

Den Löwenanteil machen nach wie vor Flachbildfernseher aus, die für 2,81 Milliarden Euro stehen – trotz eines Minus von 3,5 Prozent. Selbst die Weltmeisterschaft und der Trend zu immer größeren Bildschirmen konnten den Preisdruck nicht ausgleichen. Rückläufig sind auch Spielekonsolen mit voraussichtlich 840 Millionen Euro und Audiogeräte mit 870 Millionen Euro. Gegen den Strom schwimmen einzig Audio- und Videozubehör mit einem Plus von 1,9 Prozent sowie Digitalkameras, die nach vielen mageren Jahren um zwei Prozent zulegen.

Deutlich wird der Umbruch beim Bewegtbild. Erstmals hatte das Videostreaming im Vorjahr das klassische Fernsehen knapp überholt – nun wächst dieser Abstand weiter. 89 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren streamen inzwischen zumindest gelegentlich, während 81 Prozent noch über Kabel, Satellit oder Antenne fernsehen. Nur bei den über 65-Jährigen behält das klassische Programm mit 94 Prozent die Oberhand. Für May ist das kein vorübergehender Effekt, sondern ein „langfristiger Strukturwandel“, der sich mit dem Generationenwechsel weiter zugunsten des Streamings verschieben dürfte.

Wirklich hitzig wird die Debatte beim Thema Künstliche Intelligenz. In der Filmwelt fürchten 72 Prozent der Befragten KI-generierte Inhalte als Bedrohung für die klassische Industrie – gleichzeitig fände ein Drittel es in Ordnung, würde ein KI-Film sogar einen Oscar gewinnen. Ähnlich gespalten ist das Bild bei der Musik: Drei Viertel sehen darin eine Gefahr für die Branche, 58 Prozent wollen KI-Songs aus den offiziellen Charts verbannen. Bezeichnend ist, dass sich derzeit gerade einmal 13 Prozent zutrauen, KI-Musik überhaupt herauszuhören.

Unaufhaltsam scheint dagegen der Siegeszug der Kopfhörer. Rund drei Viertel der Deutschen greifen privat oder beruflich zu ihnen, und mit den kleinen kabellosen Modellen kommt auch ein Alltagsärgernis: 71 Prozent müssen ihre In-Ear-Kopfhörer regelmäßig suchen. Für May werden die Geräte längst zum „persönlichen Audio-Interface“ – 68 Prozent wünschen sich bereits Kopfhörer, die Gespräche in Echtzeit übersetzen. Auch sozial hinterlassen sie Spuren: Mehr als die Hälfte setzt sie manchmal nur auf, um zu signalisieren, dass sie in Ruhe gelassen werden möchten.

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Ebenfalls im Aufwind sind smarte Brillen. 35 Prozent haben schon einmal eine VR-Brille genutzt, weitere 43 Prozent würden es gerne tun. Smart Glasses wie die Meta Ray-Ban trugen bislang 15 Prozent, während 28 Prozent offen dafür wären. Augmented-Reality-Brillen, die virtuelle Inhalte direkt ins Sichtfeld einblenden, sind noch nicht auf dem Massenmarkt angekommen – doch 37 Prozent könnten sich vorstellen, künftig eine zu tragen. Der Bitkom stellt die Zahlen im Vorfeld der IFA vor, die vom 4. bis 8. September 2026 in Berlin stattfindet.

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