Fünf Prozent mehr Geld in zwei Etappen: Die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel in Rheinland-Rheinhessen und der Pfalz können sich auf spürbar höhere Entgelte einstellen. Die zuständige Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di gab dem ausgehandelten Ergebnis am 12. August 2026 grünes Licht und besiegelte damit den Abschluss endgültig.
Konkret klettern Löhne und Gehälter rückwirkend zum 1. August 2026 zunächst um 2,9 Prozent. Ein zweiter Schub folgt zum 1. Mai 2027, wenn weitere 2,1 Prozent hinzukommen. Auch der Nachwuchs profitiert: Auszubildende erhalten ab dem 1. September 2026 monatlich 40 Euro mehr, ein Jahr später legt der Vertrag noch einmal 30 Euro obendrauf.
Ganz ohne Kompromisse ging es allerdings nicht ab. Ursprünglich war ver.di mit deutlich weitergehenden Forderungen in die Verhandlungen gestartet: 250 Euro mehr im Monat für alle Beschäftigten und 150 Euro pro Ausbildungsjahr für den Nachwuchs standen auf dem Tisch – und das bei einer angestrebten Laufzeit von nur zwölf Monaten.
Gerade an diesem Punkt zeigt sich, wo für die Gewerkschaft die bitteren Zugeständnisse liegen. Der nun geschlossene Vertrag läuft über 24 Monate. „Der Abschluss bringt den Beschäftigten verlässliche Einkommenssteigerungen. Klar ist aber auch, dass die Laufzeit von 24 Monaten für die Tarifkommission ein schmerzlicher Kompromiss war. Wir wollten bereits nach zwölf Monaten erneut über höhere Einkommen verhandeln“, erklärt Stefan Prinz, ver.di-Verhandlungsführer für den Großhandel.
Dass am Ende überhaupt eine Einigung zustande kam, führt die Gewerkschaft vor allem auf die Belegschaften selbst zurück. Mit Streiks und Aktionen hätten die Kolleginnen und Kollegen den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht und so den Boden für die erzielten Zuwächse bereitet.
Für ver.di bleibt entscheidend, diesen Rückhalt in den Betrieben weiter auszubauen. „Tariffragen sind Machtfragen. Je mehr Beschäftigte sich als Mitglied organisieren und aktiv einbringen, desto mehr können wir in den kommenden Tarifrunden durchsetzen“, betont Prinz mit Blick auf künftige Auseinandersetzungen.



















