Das Corona-Schnelltestzentrum auf dem DSD-Gelände in Homburg. - Bild: Stephan Bonaventura

Das Land, die Kommunalverwaltungen, private Unternehmen, Arztpraxen und Apotheken sorgen zurzeit im Verbund gemeinsam dafür, dass auch die Menschen im Saarpfalz-Kreis immer mehr Möglichkeiten bekommen um sich einem Corona-Schnelltest unterziehen zu können. In Kirkel und Bexbach bieten jeweils vier Arztpraxen die Testung an, in Homburg sind es neun Ärzte und fünf Apotheken.

Am letzten Freitag wurde auch das DSD-Gelände in Homburg erneut zum Testzentrum umfunktioniert. Dort eröffnete Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) persönlich und in Begleitung des Bundestagsabgeordneten Markus Uhl (CDU) und des CDU-Fraktionchefs im Landtag, Alexander Funk, in Anwesenheit von Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) und Landrat Dr. Theophil Gallo (SPD) das vom Event-Unternehmer Thilo Ziegler betriebene Schnelltestzentrum. Wie bekannt hat der „Rocco del Schlacko“-Festivalmacher Ziegler vom Land den Generalauftrag erhalten, in allen Landkreisen ein solches Test-Drive-In einzurichten. Auch im Saarpfalz-Kreis, und da eben in Homburg. Pikant dabei: Einen Steinwurf entfernt auf dem dann geschlossenen Parkplatz des ehemaligen Hallenbades eröffnet die Stadt Homburg – unterstützt unter anderem vom Saarpfalz-Kreis – ebenfalls ein Schnelltestzentrum.

Bereits vor Tagen hatte Bürgermeister Michael Forster nach wochenlangen Vorgesprächen mit dem Universitätsklinikum, der Kreisverwaltung und Privatwirtschaft ein eigenes kommunales Testzentrum angekündigt. Die FDP Homburg hatte dies bereits Anfang März aufgegriffen und als politische Forderung in die Öffentlichkeit hineingetragen. Was sagt nun Bürgermeister Michael Forster zu dem „Doppelten Lottchen“: „Wir sind schon noch in der Planung eines weiteren Zentrums, weil mit einem weiteren Anstieg von Infizierten zu rechnen ist. Da sind wir in enger Planung und Abstimmung mit dem Landrat.“ Dieses Zentrum der Stadt Homburg soll allen Saarpfälzern zur Verfügung stehen, ebenso wie jenes vom Land beauftragte auf dem DSD-Gelände. Auf der Internetseite der Kreisstadt Homburg heißt es: „Um möglichst allen Menschen im Saarpfalz-Kreis und in der Stadt Homburg die Möglichkeit zu geben, sich auf das Corona-Virus testen zu lassen, wird in dieser Woche Am Forum zu dem bereits vorhandenen Testzentrum auf dem DSD-Gelände ein weiteres Testzentrum aufgebaut. Dazu ist es erforderlich, dass der Parkplatz am ehemaligen Hallenbad ab Dienstag, 16. März, geschlossen werden muss. Die Stadt Homburg stellt für dieses Testzentrum die Fläche zur Verfügung. Die Sperrung erfolgt zunächst auf unbestimmte Zeit.“

Thilo Ziegler (2.v.l.) erklärt den Anwesenden den Ablauf im neuen Corona-Testzentrum auf dem DSD-Gelände in Homburg – Bild: Rosemarie Kappler

Was das nun zunächst auf dem DSD-Gelände eröffnete Testzentrum betrifft begrüßte Landrat Dr. Theophil Gallo das „relativ schnelle Vorgehen“. „Wir haben die Festlegungen sehr schnell getroffen in Absprache mit dem Bürgermeister. Vor Monaten haben wir hier schon mal ein Testzentrum gehabt; insofern ist es ein sinnvolles Vorgehen, um das Thema Testung voranzubringen.“ Für das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises sieht Gallo indes schon jetzt eine Mehrbelastung vorprogrammiert: „Denn wenn ein positiver Schnelltest vorliegt muss ein PCR-Test veranlasst werden und die Rückverfolgung durch die Behörde sichergestellt werden.“ Trotz der Mehrbelastung schließt sich Gallo der Einschätzung Forsters an: „Wenn ein zweites Testzentrum kommt, umso besser.“ Gesundheitsministerin Monika Bachmann sah sich angesichts des bereits zur Eröffnung des DSD-Testzentrums vorherrschenden Besuches darin bestätigt, dass das Drei-Säulen-System der richtige Weg ist, um allen Bürgern pro Woche ein bis zwei kostenlose Tests anbieten zu können.

Drei-Säulen-System meint den Betrieb von Testzentren durch Land, Kommunen und private Anbieter. „Ich meine, hier braucht man es ja nicht zu machen, weil der Bürgermeister und der Landrat schon eines haben, aber wir müssen dafür sorgen, dass in den Gemeinden, in denen nichts ist, etwas gemacht wird“, so die Ministerin. Den wesentlichen Vorteil eines negativen Testergebnisses sieht sie darin, dass sich Bürger freier und selbstbewusster im Zuge weiterer Lockerungsmaßnahmen im Alltag bewegen können. Das helfe dabei, ein stückweit Normalität zurückzubringen. Das eben sei nun nach einem Jahr der Einschränkungen besonders wichtig, so die Ministerin, die Verständnis für das zunehmende Nörgeln der Bürger zeigt, welche sich nach Kneipen- und Restaurantbesuch, nach Kulturveranstaltungen und Einkaufserlebnissen sehnen.

Wie das DSD-Testzentrum von Thilo Ziegler funktioniert, erklärte der Betreiber unserer Redaktion so: „Sie gehen auf die Seite www.testzentrum.saarland.de und finden dort unter Testzentren dasjenige in Homburg mit der Online-Terminbuchungsmöglichkeit, wo sie Ihre Daten eintragen.“ Mit der Terminbestätigung und dem Personalausweis bewaffnet findet man sich rechtzeitig am Testzentrum ein. An der ersten Station erhält man zwei Laufzettel. Einer ist für die nachfolgende eigentliche Abstrichstation bestimmt, der andere für die eigenen Akten. Über den aufgedruckten QR-Code kann man bereits nach knapp einer halben Stunde das Testergebnis abrufen. Wer kein Smartphone besitzt, kann auch warten und bekommt einen Ausdruck vor Ort oder bittet einen „Handyman“ das Ergebnis über den QR-Code zu scannen.

Angesichts der bisherigen Erfahrungen zeigt sich Ziegler optimistisch, dass auch in Homburg die Zahl der Testwilligen steigen wird.

 

 

 

 

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