Die Mitgliederversammlung des FV Oberbexbach wählte am Sonntag erstmals auf der Grundlage einer neuen Satzung ein Präsidium, an dessen Spitze Steven Enkler steht. - Foto: Rosemarie Kappler

Die vielbeschworene und vielzitierte „neue Solidarität“ hat eine neue Heimat. Sie liegt an der Süßhübelstraße in Oberbexbach, genauer gesagt im Clubheim des FVO. Dort hat am Sonntag in der Rekordzeit von nicht mal eineinhalb Stunden die Mitgliederversammlung als Souverän des Vereines einstimmig den Interimsvorstand komplett entlastet, eine neue Satzung beschlossen, erstmals ein Präsidium gewählt und einen erweiterten Vorstand in trockene Tücher gebracht.

Nach rund einjähriger verantwortungsvoller Vorarbeit des Interimsvorstandes um Dieter Buchholz ist der Verein nun führungsmäßig und wirtschaftlich für die nächsten zehn Jahre bestens aufgestellt, waren sich Präsidium und Vorstand einig. Dass die neue Mannschaft mit einer „schwarzen Null“ starten kann, dafür sorgte die AH, die das errechnete leichte Haushaltsdefizit ausglich.

Weil sich 2020 wiederholt kein Vereinsmitglied gefunden hatte, das die Nachfolge von Oliver Hans als Vorsitzender antreten wollte, wurde ein Interimsvorstand gebildet, für den Dieter Buchholz die Verantwortung übernahm unter der Maßgabe, dass eine neue Satzung künftig dem Verein dadurch helfen soll, indem Verantwortlichkeiten auf mehrerer Schultern verteilt werden. Einzusehen war diese von Juristen geprüfte Satzung seit April auf der Homepage des FVO. Nach Einwänden fragte am Sonntag Thomas Müller vergeblich die rund 60 Stimmberechtigten. Müller hatte es übernommen, die Neuerungen noch einmal darzustellen.

Neu ist, dass die Mitgliederversammlung künftig nicht mehr den Vorsitzenden direkt wählt, sondern ein Team von sieben Leuten, die ein Präsidium bilden. Aus ihrer Mitte werden dann zwei Personen für den geschäftsführenden Vorstand benannt. Dem geschäftsführenden Vorstand gehört wie schon zuvor auch der Schatzmeister an. Diesen wählt die Mitgliederversammlung allerdings direkt. In Direktwahl werden auch die Ämter von Schriftführer, Pressewart, Wanderwart, Leiter der Boule-Abteilung,und der Ehrenamts- und Seniorenbeauftragte gewählt. Die AH benennt traditionell ihren Leiter, der von der Versammlung zu bestätigen ist. Auch die Kassenprüfer werden wie bislang von der Mitgliederversammlung gewählt.

Innerhalb des Präsidiums gewinnt die Interessenvertretung der Aktiven und der Jugend künftig deutlich an Bedeutung. Für sie wird jeweils ein verantwortlicher Leiter bestimmt. Auch übernehmen Präsidiumsmitglieder Verantwortung für die Bereiche Veranstaltungen und Infrastruktur. Dazu sollen unterstützende Ausschüsse gebildet werden. Ein Mitglied steht als Präsident künftig an der Spitze und gibt dem Verein nach außen gewissermaßen ein Gesicht.

Auf den Interimsvorsitzenden Dieter Buchholz folgt nun der neue Club-Präsident Steven Enkler. Er kann sich auf engagierte Vorstandsmitglieder und eine Gemeinschaft stützen, die voll und ganz hinter ihrem Verein steht. – Foto: Rosemarie Kappler

Neu ist auch der Ältestenrat. Ihm sollen erfahrene Vereinsmitglieder angehören, die etwa bei Streitigkeiten aktiv eingreifen und beratend und vermittelnd tätig sind. Was hier möglicherweise als komplexes Konstrukt aufgefasst werden könnte ist für die Verantwortlichen beim FVO schlicht eine einfache und zukunftsfähige Satzung, die nun verhindert, dass Vorstände mit zuvielen Aufgaben und Verantwortlichkeiten überlastet werden. Ebenso akribisch wie die Satzung vom Interimsvorstand ausgearbeitet worden war, hatte sich dieser auch bereits Gedanken über die Besetzung des Präsidiums gemacht. An dessen Spitze steht nun Steven Enkler.

Für den Aktivenbereich ist Mathias Müller zuständig, für die Jugend Peter Stumpfs, für die Infrastruktur Volker Reichardt und für die Veranstaltungen Joel Janes. Oliver Hans und Thomas Müller übernehmen als Geschäftsführer zusammen mit Schatzmeisterin Maria Höffner den administrativen Bereich. Sowohl Dieter Buchholz als nun ehemaliger Vorsitzender wie auch Steven Enkler als neuer Präsident fanden würdigende Worte für die Vereinsgemeinschaft, die geschlossen in der stürmischen Phase hinter ihrem Verein gestanden hatte und diesen sowohl finanziell wie auch mit Arbeitsleistung unterstützte. Dadurch wurde es möglich eine Industriespülmaschine zu beschaffen und die Küche zu sanieren, das Gebäude zu streichen und den Rasen nach Wildschweinschäden zu reparieren und einzuzäunen. Ein neues Gemeinschaftsgefühl ist beim FV Oberbexbach entstanden. Eine Gemeinschaft, die ihm selbst in einer kritischen Lebensphase Halt gegeben habe, „eine Kameradschaft, wie man sie sonst nicht erlebt“, gestand Steven Enkler in einer bemerkenswerten und eindringlichen Ansprache nach seiner Wahl.

Flankiert wurde das Bemühen um Erneuerung und Fortentwicklung von Sponsoren und einem orstansässigen Baumarkt. So wird es auch möglich sein, dass die 1. Mannschaft und die A-Jugend in Bälde mit einem kompletten neuen Satz Trikots ausgestattet werden. In den Farben Blau-Weiß versteht sich.

 

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