Symbolbild

Am 21. und 22. Juni 2021 fand die Sitzung der Jury für Dokumentarfilmförderung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, statt. Aus insgesamt 29 eingereichten Anträgen auf Produktionsförderung wurden sieben programmfüllende Filmvorhaben zur kulturellen Filmförderung vorgeschlagen sowie drei Filmstoffe aus 15 Anträgen auf Stoffentwicklungsförderung. Den Empfehlungen der unabhängigen Jury folgend, werden die nachfolgenden programmfüllenden Dokumentarfilmvorhaben mit insgesamt 1.057.000 Euro gefördert.

Die vielfältigen Dokumentarfilmvorhaben widmen sich unter anderem dem Wunsch nach der digitalen Unsterblichkeit in „Eternal Me“, der Grande Dame des African Contemporary Dance, Germaine Acogny, in „Vom Schatten Schwärmen“ sowie der Idee einer solidarischen Landwirtschaft in „Das Kombinat“. „800 Briefe“ arbeitet die Vorenthaltung von Solidaritätsbekundungen in Bezug auf den Brandanschlag in Mölln 1992 auf und „Wir haben immer mit den Ameisen gelebt“ setzt sich mit drei Generationen von Frauen einer Familie im Rahmen der Geschichte der DDR auseinander.

An den insgesamt zehn ausgewählten Dokumentarfilmvorhaben sind acht Produzentinnen, acht Regisseurinnen und acht Autorinnen beteiligt.Die Förderungen im Einzelnen (mit Inhaltsangaben der Antragstellerinnen und Antragsteller):

Produktion

„Portrait eines unbekannten Mannes“
Produktion: HerrmannFilm, Berlin
Autoren: Maja Classen, Andrew Fynecontry-de Bana
Regisseurin: Maja Classen
Fördersumme: 120.000 Euro
Inhalt: Ein Mann auf der Suche nach seinem afrikanischen Vater, auf der Suche nach sich selbst, nach seinem Platz in der Welt und seiner Aufgabe als Afro-Deutscher Aktivist und Vater in Deutschland.

„Eternal Me“
Produktion: Gebrüder Beetz Filmproduktion GmbH & Co. KG, Köln
Autoren und Regisseure: Hans Block, Moritz Riesewick
Fördersumme: 235.000 Euro
Inhalt: „Eternal Me“ ist eine Reise ins Herz einer technologischen Revolution und einer der vielleicht größten Businessideen des 21. Jahrhunderts: der digitalen Unsterblichkeit. Was passiert, wenn dem Menschen seine letzte Gewissheit genommen wird – sein endliches Leben?

„Germaine Acogny – Vom Schatten Schwärmen“
Produktion: CALA Filmproduktion GmbH, Berlin
Autorin und Regisseurin: Greta-Marie Becker
Fördersumme: 150.000 Euro
Inhalt: Germaine Acogny ist nicht nur die „Mother of African Contemporary Dance“, sondern zugleich eine der wichtigsten künstlerischen Stimmen Afrikas. Die Verbindung aus traditionellen westafrikanischen Tänzen und zeitgenössischen Bewegungen der westlichen Welt hat sie zur tanzenden Ikone eines ganzen Kontinents gemacht.

„Birdwatcher – Geschichte einer Sehnsucht“
Produktion: filmproduktion loekenfranke GbR, Witten
Autoren und Regisseure: Ulrike Franke, Michael Loeken
Fördersumme: 195.000 Euro
Inhalt: „Birdwatcher“ erzählt von Menschen, die sich voller Leidenschaft der Beobachtung von Vögeln widmen und sich für den Erhalt ihrer Lebensräume einsetzen. Die Vogelwelt wird zu einer Metapher für den Zustand der Gesellschaft in einer großen Umbruchsituation.

„REAS“
Produktion: Sutor Kolonko e.K., Köln
Autorin und Regisseurin: Lola Arias
Fördersumme: 120.000 Euro
Inhalt: Frauen und trans Personen, die im Frauengefängnis von Ezeiza, Buenos Aires, ihre Strafen absitzen, inszenieren in Form eines dokumentarischen Musicals Szenen aus ihrer Vergangenheit und möglichen Zukunft. Dabei performen, singen und tanzen sie selbst.

„Das Kombinat“
Produktion: IT Works! Medien GmbH, Berlin
Autor und Regisseur: Moritz Springer
Fördersumme: 77.000 Euro
Inhalt: Wenn die Landwirtschaft den Bach runtergeht und der Kapitalismus seine Versprechen auf allen Ebenen nicht mehr einlösen kann, was kommt dann? „Das Kombinat“ sucht im Alltag seiner Helden nach der großen Vision für ein neues Wirtschaften.

„Tell Them About Us“
Produktion: Tondowski Films GbR, Berlin
Autorin und Regisseurin: Rand Beiruty
Fördersumme: 100.000 Euro
Inhalt: An der Schwelle zum Erwachsenwerden bahnt sich eine Clique arabischer, kurdischer und Romnja Teenagerinnen ihren Weg in die Zukunft zwischen zwei Kulturen. Ein beobachtender Dokumentarfilm wird verwoben mit einem stilisierten Genremix von participatory filmmaking.

Stoffentwicklung

„Maxim“
Autorin: Natalija Yefimkina, Berlin
Fördersumme: 20.000 Euro
Inhalt: Die Filmemacherin Natalija Yefimkina begibt sich in ihrem dokumentarischen Essay „Maxim“ auf die Suche nach der verloren gegangenen Menschlichkeit ihres ukrainischen Cousins. Die in Deutschland lebende Regisseurin rekonstruiert durch Gespräche, Interviews und das Begleiten diverser Protagonistinnen und Protagonisten sowie Maxims, dessen steilen Aufstieg im Drogenmilieu einer bereits selbstverständlich hochdigitalen Zukunft – und zeichnet so das korrupte System eines ganzen Landes nach.

„800 Briefe“
Autorin: Martina Priessner, Berlin
Fördersumme: 20.000 Euro
Inhalt: Beim rassistischen Brandanschlag in Mölln 1992 verloren drei Menschen der Familie Arslan ihr Leben. In der Zeit danach kamen rund 800 Solidaritätsbriefe für die Familie in Mölln an, von denen sie aber kein einziger erreichte. Fast drei Jahrzehnte lagerten die Briefe im Stadtarchiv. Durch einen Zufall hat Ibrahim Arslan, der als Siebenjähriger den Anschlag überlebte, von den Briefen erfahren. „800 Briefe“ ist eine filmische multiperspektivische Spurensuche, in deren Zentrum das Verschwinden der Briefe und die Frage nach der Verantwortung für diesen brutalen Akt steht.

„Wir haben immer mit den Ameisen gelebt“
Autorin: Katrin Schlösser, Berlin
Fördersumme: 20.000 Euro
Inhalt: Die filmische Erzählung beginnt mit der Gründung der DDR 1949 und endet mit der Wiedervereinigung 1990. Sie berichtet von drei Frauen, die an einer besseren Welt mit bauen wollen und sich dabei selbst verlieren. Und alle drei haben in dem Häuschen am Berliner Stadtrand gelebt, in den sandigen Wäldern Eichwaldes, wo nicht Politik regierte, sondern ihre Einsamkeit, die unendlichen Winter und die Ameisen.

Der Jury Dokumentarfilm gehörten in der Sitzung an: Maya Reichert (Leiterin Doc.Education Dokfest München / München), Ralf Schenk (Filmjournalist / Berlin), Hubertus Siegert (Produzent, Regisseur / Berlin), Grit Lemke (Regisseurin, Kuratorin / Berlin) und Monika Treut (Produzentin, Regisseurin / Hamburg). Der nächste Einreichtermin für Stoffentwicklungs- und Produktionsförderung Dokumentarfilm ist der 9. September 2021. Die aktuellen Filmförderungsrichtlinien, Antragsformulare und Merkblätter sind abrufbar unter www.kulturstaatsministerin.de/filmfoerderung

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