Die französische Gesellschaft AFYREN NEOXY hat bei den französischen Behörden einen Antrag auf Errichtung und Betrieb einer Produktionseinheit für die Herstellung von organischen Säuren auf der Chemieplattform Carling/Saint Avold gestellt. Nach französischem Recht bedarf das Vorhaben einer Öffentlichkeitsbeteiligung (Enquête publique). Auch die deutsche Öffentlichkeit kann dazu Stellung nehmen.

Die Enquête publique wird vom 30. Juni bis zum 03. August 2020 durchgeführt. Umweltminister Reinhold Jost ruft die betroffene Kommune Völklingen sowie auch alle interessierten Bürger auf, das Anhörungsverfahren zu nutzen, um sich über die Planungen zu informieren und gegebenenfalls Stellung zu beziehen. „Die Bürgerinnen und Bürger haben im Rahmen dieser Enquête publique die Gelegenheit, sich selbst eine Meinung zu dem geplanten Vorhaben der Firma AFYREN NEOXY zu bilden. Um die Informationsbeschaffung zu erleichtern, werden die Unterlagen im Internet veröffentlicht. Wichtige Teile der Unterlagen liegen auch in Deutsch vor. Die Antragsunterlagen werden auch der Stadt Völklingen übermittelt“, so der Minister.

Minister Reinhold Jost
Foto: Becker und Bredel / www.saarland.de

Die Unterlagen sind im Internet zu finden unter: www.uvp-verbund.de  Stellungnahmen zu dem Vorhaben können auch per E-Mail und in deutscher Sprache an die folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: afyren-neoxy-carling-saint-avold@enquetepublique.net . Jost: „Selbstverständlich werden die Genehmigungsunterlagen auch durch unsere Fachbehörden auf zu erwartende Auswirkungen auf das Saarland geprüft. Dabei wird insbesondere ein Augenmerk auf die Maßnahmen der Firma zur Geruchsvermeidung gelegt.“

Die Gesellschaft AFYREN NEOXY hatte schon im Vorfeld Kontakt mit dem Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (MUV) aufgenommen und das Projekt Mitte Mai vorgestellt. Zudem informierte das Unternehmen bereits den saarländischen Landtag und das Gremium CSS (commission de suivi de site). In der Kommission CSS sind die für Carling relevanten Behörden, französische Gemeinden und die Unternehmen der Chemieplattform vertreten. Von saarländischer Seite sind neben dem Umwelt- und dem Innenministerium die Stadt Völklingen und die Gemeinde Großrosseln mit dabei.

Hintergrund: Die französische Gesellschaft AFYREN-NEOXY plant den Bau und Betrieb einer Produktionseinheit für die Herstellung von Carbonsäuren auf der Chemieplattform Carling/Saint Avold. Diese Stoffe sollen mittels Fermentation biotechnologisch aus Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie (Melasse, Vinasse und Zuckerrübenpulpe) hergestellt werden. Die hergestellten Carbonsäuren werden in Kosmetika, als Futtermittelzusatzstoffe, als Nahrungsmittelzusatzstoffe, in der Landwirtschaft, in der Pharmabranche und in der Chemieindustrie verwendet. Das Werk soll eine Produktionskapazität von ca. 18 000 T/a besitzen und 50 bis 60 Mitarbeiter beschäftigen.

Auf der Chemieplattform Carling/St. Avold Nord sind mehrere Unternehmen tätig. Eigentümer und Hauptproduzent auf der Plattform, die nahe der deutschen Grenze bei Lauterbach liegt, ist die Firma Total Petrochemicals de France (TPF). Als relevantes Unternehmen in der Nachbarschaft der Chemieplattform ist zusätzlich das Kraftwerk Emile Huchet, das der Gesellschaft UniPer gehört, zu nennen. Nicht mehr in Betrieb und zurückgebaut ist die Kokerei (Cokes de Carling), die zuletzt einem Konsortium aus Dillinger Hütte und Saarstahl gehörte, sowie die Steamcracker und Tanklager von TPF.

 

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