Archivbild: Die Nadelspielkinder unterstützen seit ein paar Jahren auch tatkräftig die Kinderklinik im Universitätsklinikum Homburg. Gesundheitsministerin Monika Bachmann (2.v.r.) fand das schon 2019 als eine tolle Sache. - Foto: Rosemarie Kappler

Zwar hat Corona dafür gesorgt, dass von der „Nadelspielkinder“-Front keine klackernden Stricknadeln und keine tackernden Nähmaschinen zu hören sind. Dennoch sind die kleinen und großen Handarbeiterinnen mit ihrem Faible für Nadel und Zwirn, Stoff und Wolle mächtig aktiv.

Ein jedes Mitglied für sich und allein und zuhause. Das ist zwar nicht ganz im Sinne des Erfinders, denn die plauschigen Zusammenhkünfte gehören einfach als Lebenselexier dazu, doch wissen auch die Nadelspielkinder um Gaby Kullmann, dass jeder Notstand auch mal ein Ende hat und dass man sich dann wieder in fröhlicher Runde einfinden wird. Bis dahin wird erst einmal solo an Handarbeiten gewerkelt, die die Not anderer lindern sollen.

Die Nadelspielkinder sind eine Kreativgruppe der protestantischen Kirchengemeinde Bexbach, die sich im September 2015 gegründet hat. „Wir haben angefangen zu Nähen mit Kindern ab acht Jahren und haben mit dem Erlernten Sozialprojekte in der Klinik und in Seniorenheimen gemacht. Auch haben wir schon hinter dem Gemeindehaus eine Insekten-und Tierwohnanlage gebaut. Ein besonderes Erlebnis ist immer das jährliche Kochen für Ingos kleine Kältehilfe in Saarbrücken –100 Portionen Suppe“, berichtet Gaby Kullmann.

Aus deren inspirierender und motivierender Idee heraus sind inzwischen vier unterschiedliche Gruppen mit kleinen und großen „Nadelspielkindern“ entstanden. Neben der Kindernähgruppe haben sich Erwachsene zusammengetan, die Strick- und Häkelpuppen fertigen, die unter anderem an Bord von Krankenwagen verletzten Kindern und Notfällen als „emotionale Ersthelfer“ dienen. Es gibt ferner das „Nähstübchen sellemols“ im Seniorenheim am Blumengarten und die „Nadelspielkinder in der Kinderklinik“. Diese Truppe, in der sich Mitglieder aus den übrigen Gruppen zusammenfinden, feiert am 3. März schon ihr zweijähriges Bestehen.

Als einzige Gruppe arbeitet sie derzeit vollumfänglich, weil jedes Mitglied seine Arbeit im „Homoffice“ machen kann. Kullmann: „Alle anderen Treffs liegen auf Coronaeis. Wir organisieren Corona angepasste Treffen zum Abholen und Bringen von Spendenmaterial wie Stoffe und Nähzubehör, das in unserem Nähkeller im protestantischen Gemeindehaus in Bexbach lagert und Spendenwolle, die unsere Wollchefin Claudia Conrad verwaltet. Monatlich finden dann die Übergaben an die Kinderklinik statt. In den zwei Jahren haben wir sage und schreibe etwa 8500 Teile abgegeben – rund 2500 Masken, knapp 2000 Socken, etwas mehr als 1400 Kuschelfiguren. Der Rest sind Kleider (Mützen, Stirnbänder, Hosen, Oberteile, abgeänderte Bodys), Spucktücher, bunte Windeln; wir haben auch alltagsgraue Windeln bunteingefärbt, Hängematten für Kinderbetten aller Größen, Infusionsflaschenüberzieher, und, und, und…“

Daneben haben die „Nadelspielkinder“ auch jede Menge gebastelt und einige Wände in der Intensivstation der Kinderklinik bemalt zum Thema Dschungelbuch und König der Löwen. „Unsere Farbe ist bunt und die bringen wir bis in alle Ecken der Kinderklinik“, sagt Kullmann und verweist auf die Facebook-Seite der Gruppe, wo man dazu auch ganz viele „Beweisfotos“ findet. Stolz sei man auf ein Mega-Netzwerk, auf das man zurückgreifen könne und in dem man sich total unkompliziert unterstütze. „Wir leben von Spenden – am Liebsten ist uns Material oder auch Gutscheine – möglichst kein Geld. Stoffe, Wolle oder Gutscheine nehmen wir gerne. Ganz dringend bräuchten wir zur Zeit Biberleintücher, am Besten die dicken, die bei der Oma schon lange originalverpackt im Kleiderschrank liegen.“ Ergänzt mit bunten Kinderstoffen entstehen damit Puckdecken für Kinder mit Handicap.

Weitere Infos bei Gaby Kullmann, 06826 -9338994.

 

 

 

 

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