Architekt Peter Wack erklärt die Umbaumaßnahmen im Detail. - Bild: Thomas Bastuck

Das große und dennoch freundliche Schulgebäude prägt seit 1910 das Gesicht des Stadtbilds von St. Ingbert. Architektonisch und künstlerisch wertvoll wurde es unter Denkmalschutz gestellt und beherbergte Schulkinder – getrennt in einen Jungen- und einen Mädchentrakt. In den 50er Jahren wurde die Schule um eine Turnhalle und einen Kohlenkeller erweitert.

Heute ist die Ludwigschule nur noch Heimat eines Teils der Musikschule, denn sie ist in die Jahre gekommen und hält den heutigen statischen, brandschutztechnischen und technologischen Kriterien nicht mehr stand. Da der Standort Rischbachschule dringend saniert werden muss und die Zweigstelle Wiesentalschule aus allen Nähten platzt, benötigt St. Ingbert dringend ein ausreichend großes Schulgebäude, in dem die Schüler beider Standorte gemeinsam unterrichtet werden können. „Die Schulleitungen der Rischbach-/Wiesentalschule, die an der bisherigen Planung beteiligt waren, freuen sich schon darauf, dass hier nun alle Kinder zusammenkommen“, erzählt Nadine Backes, Beigeordnete für Kinder und Bildung. „In diese Schule werden 400 Kinder gehen können. Außerdem ist ausreichend Platz für die FGTS, sodass wir die Kinder hier auch unterbringen können, sollte der Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung gesetzlich geregelt werden“, fügt sie mit Blick in die Zukunft hinzu.

Die Statik, der Brandschutz und die Haustechnik werden saniert und die Schule erhält einen Erweiterungsbau, in dem eine Freiwillige Ganztagesschule (FGTS), eine Mensa und die Verwaltung Platz finden. Das Bestandsgebäude wird optisch nicht verändert, erhält jedoch eine umfassende Ertüchtigung. Alle technischen Anlagen werden erneuert und es ist eine Anbindung an das Nahwärmenetz des Biomasseheizwerkes im Gewerbegebiet Drahtwerk Nord Areal (DNA) geplant. Flächendeckend wird eine Brandmeldeanlage installiert und alle Räume erhalten moderne EDV-Anschlüsse. Im letzten Jahr wurden bereits die Betondecke im Dachgeschoss zur Entlastung des Bauwerks entfernt und der Tiefkeller ertüchtigt, sodass die Statik des Hauses nicht mehr gefährdet ist. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Ingenieurbüros mit der Planung des Baus beauftragt, denn bei einer denkmalgerechten Sanierung gilt es, zahlreiche Vorgaben zu beachten.

An die Südwestseite des Bestandsbaus wird sich ein dreigeschossiger Neubau schmiegen, der optisch und in der Verwendung der Materialien die Anforderungen der Biosphärenstadt St. Ingbert erfüllt. Neben der Nachmittagsbetreuung, der Mensa und der Verwaltung entstehen ein Treppenhaus mit Aufzug sowie weitere Sanitärräume. Das Gebäude wird in beiden Geschossen an den Altbau angebunden, sodass der erforderliche zweite Rettungsweg für den Südflügel des Altbaus gegeben ist. Der entstehende Zwischenraum zwischen dem bestehenden Schulgebäude und dem geplanten Erweiterungsbau wird als zentrale Eingangshalle die neue „Schulische Mitte“ bilden. Dem neuen Haupteingang wird ein großzügiger Zugangsbereich vorgelagert, welcher von der Gabelsbergerstraße eine barrierefreie und zentrale Erschließung des gesamten Schulgebäudes ermöglicht.

Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und Nadine Backes, Beigeordnete für Kinder und Bildung, stellen anhand der Pläne das Umbauprojekt vor. – Bild: Thomas Bastuck

Die Gesamtkosten für den Umbau werden mit etwa 29 Millionen Euro veranschlagt. „Das ist ein großer Batzen für die Stadt“, räumt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer ein. „Wir haben diese Maßnahme bereits seit einigen Jahren im Haushalt geplant und konnten daher die bisher nötigen Mittel bereitstellen. Auch können wir einen Teil der Mittel aus dem Saarlandpakt nutzen. Aber natürlich wird die Finanzierung des Gesamtvolumens zwei Generationen beschäftigen. Doch der zeitlose Charme und die bauliche Qualität des Gebäudes zusammen mit der Notwendigkeit, eine wachsende Zahl von Kindern schulisch und am Nachmittag zu betreuen, machen die Sanierung und Erweiterung der Ludwigschule zu einer Notwendigkeit für die Stadt.“

Geplant ist, nach Einholung aller Genehmigungen im Frühjahr 2023 mit den Baumaßnahmen zu beginnen, die sich aus derzeitiger Sicht über etwa zwei bis drei Jahre erstrecken werden. Ein echtes Großprojekt, bei dem viele Akteure ihren Beitrag leisten müssen. „Mein besonderer Dank gilt jedoch Alex Beck und Myriam Schell vom Gebäudemanagement der Stadt als Projektverantwortliche. Sie und ihr Team haben bereits viel Aufwand in den denkmalgerechten und dabei finanzierbaren Umbau gesteckt und werden das Projekt weiterhin begleiten“, so der Dank des Oberbürgermeisters.

Vorheriger ArtikelGesund durch den Winter: KNAPPSCHAFT gibt Tipps für Gegenprogramm zum trüben Alltag
Nächster ArtikelTeams waren beim Planspiel Börse auch im Saarpfalz-Kreis wieder erfolgreich

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.