Die Linksfraktion im Landtag kritisiert, dass die Zahl der Geimpften älteren Bürger im Saarland nicht bekannt ist. Das habe eine Anfrage der Fraktion an die Landesregierung ergeben. „Fahrlässig“ sei das, wie die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Astrid Schramm, erklärt.

Aus der Antwort der Landesregierung geht laut Linksfraktion hervor, dass fast sechs Monate nach Beginn der Corona-Schutzimpfungen im Saarland noch rund 1000 Menschen über 90 Jahre und über 8000 zwischen 80 und 89 Jahre ohne Impfschutz sind – wie viele davon inzwischen bei ihren Hausärzten geimpft wurden, bleibt unklar. Bei den Saarländerinnen und Saarländern zwischen 70 und 79 Jahren sind fast 57.000 ohne Zweitimpfung in einem Impfzentrum oder durch mobile Teams, und fast 32.000 ganz ohne Impfschutz – auch hier ist unbekannt, wie viele davon eine oder zwei Impfungen durch einen niedergelassenen Arzt erhalten haben.

Die Landesregierung könne nicht verlässlich Auskunft darüber geben, wie viele über 70-Jährige im Saarland noch immer nicht geimpft sind, da sie nur Zahlen der Impfzentren und der mobilen Teams habe, nicht aber genaue Angaben der niedergelassenen Ärzte. Schramm kritisiert das. „Die Älteren sind bekanntlich in besonderem Maße gefährdet, mit jedem Lebensjahr steigt das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bis hin zum Tod.“

Es sei „fahrlässig“, dass die Priorisierung ganz aufgehoben wurde, obwohl unklar ist, wie viele der besonders gefährdeten Älteren noch immer ohne Impfschutz sind. „Dass die niedergelassenen Ärzte nur Angaben zum Impfstoff, zur Impfstoffdosis und lediglich eine Alterseinteilung ‚unter 60 Jahre‘ sowie ‚60 Jahre und älter‘ vornehmen, kann nicht zufriedenstellen. Es ist gut, dass 61,9 Prozent der über 60-Jährigen im Saarland bereits vollständig geimpft sind“, räumt die gesundheitspolitische Sprecherin ein. „Aber notwendig ist ein genauerer Blick auf die Lage, denn es sollte nicht sein, dass rund ein halbes Jahr nach Impfbeginn noch Menschen über 80, die sich impfen lassen wollen, ohne Impfschutz dastehen, während munter 20-Jährige geimpft werden.“

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