Symbolbild

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag lehnt die weitere Anwerbung von Ärzten und Pflegekräften aus Mexiko ab, wie sie das städtische Saarbrücker Winterberg-Klinikum praktiziert.

Mexiko liege, was die Anzahl der Ärzte und Krankenhausbetten angeht, ohnehin schon zurück. In vielen Regionen sei die gesundheitliche Versorgung unzureichend und die Lebenserwartung eine der niedrigsten in der OECD. Statt zu helfen, die Verhältnisse in Mexiko zu verbessern, würden fertig ausgebildete Pflegekräfte und Ärzte abgeworben, die dort natürlich fehlten, so die gesundheitspolitische Sprecherin, Astrid Schramm.

„Und das nur, weil das Anwerben von Kräften aus ärmeren Ländern, die im Zweifel nicht gewerkschaftlich organisiert sind, deutlich billiger ist als eine grundlegende Verbesserung der Arbeitsbedingungen hier. Denn bekanntlich ist laut Untersuchungen von 300.000 ausgebildeten Pflegekräften, die mittlerweile in einem anderen Beruf arbeiten, die Hälfte bereit, in die Pflege zurückzukehren, wenn die Bedingungen besser wären.“

Das heiße laut Schramm vor allem: Mehr Personal, ein besserer Betreuungsschlüssel, bessere Arbeitszeiten, planbare Schichten und eine bessere Bezahlung. Man solle dem „Pflegenotstand“, der vor allem durch die Kürzungen der letzten Jahre im Gesundheitsbereich und durch die Ökonomisierung des Gesundheitssystems entstanden sei, nicht zulasten der Menschen in deutlich ärmeren Ländern begegnen. „Und es ist widersinnig, in Deutschland tausende junge Menschen durch einen unnötigen Numerus Clausus, der nichts über die Befähigung zum Ärzte-Beruf aussagt, vom Medizinstudium abzuhalten und gleichzeitig Ärzte aus ärmeren Ländern abzuwerben.“

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