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Noch ist es eine Baustelle. Schotter, Beton, offene Flächen, erste Konturen. Doch wer auf dem Baufeld des entstehenden Palliativzentrums Schmetterling in Homburg steht, bekommt bereits eine Ahnung davon, was hier einmal entstehen soll: ein Ort für schwerkranke Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien. Genau dort hat der Förderverein Kinderhospiz Saarland aus Bous nun eine Spende in Höhe von 50.000 Euro übergeben.

Es ging bei dem Termin also nicht nur um einen symbolischen Scheck. Für den Verein aus Bous steckt dahinter eine Geschichte, die vor vielen Jahren begonnen hat. Seit 2009 verfolgt der Förderverein das Ziel, ein stationäres Kinderhospiz im Saarland möglich zu machen. Ursprünglich sollte es im früheren Kloster Heiligenborn in Bous entstehen. Später wurden weitere Standorte geprüft. Umgesetzt werden konnte das Vorhaben dort nicht. Dass der Verein nun auf der Homburger Baustelle stand, hatte deshalb eine besondere Bedeutung: Aus einer langen Idee wird sichtbar ein konkretes Projekt.

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„Seit 2009 wollten wir auch schon ein Kinderhospiz errichten“, hieß es bei der Übergabe. Nach vielen Umwegen sei man froh, dass das Vorhaben nun in Homburg verwirklicht werde. Der Förderverein wolle das Projekt weiter begleiten und Spenden sammeln, um die Versorgung der Familien und Kinder zu unterstützen. „Deshalb sind wir ganz froh und stolz, dass wir euch die schöne Summe von 50.000 Euro hier übergeben“, sagten Vertreter des Vereins auf dem Baufeld.

Rüdiger Schneidewind ordnete die Bedeutung der Spende direkt vor Ort ein. Das Palliativzentrum Schmetterling sei ein Leuchtturmprojekt, gleichzeitig bleibe die Finanzierung eine dauerhafte Aufgabe. Hospize und Kinderhospize seien nie vollständig finanziert. Jedes Jahr müsse ein höherer sechsstelliger Betrag zusätzlich über Spenden aufgebracht werden. Am Ende fehlen also Beträge, die nicht aus dem regulären System kommen. Genau dafür braucht es Unterstützer – kleine ebenso wie große.

Wie groß der Bedarf tatsächlich ist, machte Professor Dr. Sven Gottschling deutlich. In Deutschland leben rund 50.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebenslimitierenden Erkrankungen. Dem stehen bislang nur drei Kinderpalliativstationen und 21 Kinderhospize gegenüber. Das Homburger Kinderhospiz wird nach seinen Angaben das 22. in Deutschland sein. Für saarländische Familien liegt das nächste erreichbare Kinderhospiz derzeit in einem dreistelligen Kilometerbereich. „Ich glaube, da ist jedem klar, eigentlich ist das immer noch bei Leibe nicht genug“, sagte Gottschling.

Gerade deshalb ist der Homburger Standort bewusst gewählt. Das neue Zentrum liegt im Grünen, aber zugleich in unmittelbarer Nähe zur Universitätsklinik. Für Gottschling ist das ein entscheidender Punkt: Die Einrichtung soll nicht nach Krankenhaus wirken, aber jederzeit eine hochqualifizierte medizinische Versorgung ermöglichen. Kein Kind dürfe abgewiesen werden, weil es zu schwer krank oder die Situation zu komplex sei. „Es muss möglich sein, jedes Kind, jede Familie, egal wie komplex, egal wie belastend, auch für das Personal hier auf einem wirklich exzellenten Niveau zu versorgen“, betonte er.

Das Palliativzentrum Schmetterling soll mehr werden als ein einzelnes Kinderhospiz. In einem Baukörper entstehen sowohl ein Kinderhospiz als auch ein Erwachsenenhospiz. Nach Einschätzung Gottschlings entsteht damit im Saarland eine altersübergreifende Versorgung für Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen, wie es sie in dieser Form bundesweit bislang nicht gibt. Das Ziel ist klar: Die Versorgung muss funktionieren. Aber die Räume sollen sich nicht wie Klinik anfühlen.

Auch baulich nimmt das Projekt inzwischen Gestalt an. Die Bodenplatte ist fertiggestellt, in den nächsten Schritten sollen die Außenwände folgen. Die Eröffnung ist nach aktuellem Plan für das vierte Quartal 2027 vorgesehen. Parallel laufen bereits Vorbereitungen für den späteren Betrieb – von Konzepten und Genehmigungen bis hin zur Personalplanung. Denn Fachkräfte werden gebraucht, bevor die ersten Familien aufgenommen werden können.

Ein besonderer Anspruch liegt auf der Gestaltung des Gebäudes. Architekt Roland Damm beschrieb, dass man sich bewusst mit bestehenden Kinderhospizen auseinandergesetzt habe und daraus auch gelernt habe, was man in Homburg anders machen wolle. Im Mittelpunkt steht ein Wohncharakter. Medizinische Funktionalität soll vollständig vorhanden sein, aber optisch möglichst zurücktreten. Dazu gehört auch eine konsequent mitgedachte Barrierefreiheit. Türen und Wege werden so geplant, dass Pflegebetten niederschwellig bewegt werden können. Weil es sich um einen eigens entwickelten Neubau handelt, können solche Anforderungen von Beginn an berücksichtigt werden.

Für den Förderverein Kinderhospiz Saarland aus Bous ist die Spende auch ein sichtbarer Zwischenschritt nach vielen Jahren Arbeit. Der Verein hat Veranstaltungen organisiert, Spenden gesammelt, Sponsoren angesprochen, Netzwerke aufgebaut, Kinderhospize besucht, Gespräche geführt und das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit getragen. Nun unterstützt er ein Projekt, das im Saarland seit langer Zeit erwartet wird.

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50.000 Euro lösen nicht alle Finanzierungsfragen eines solchen Vorhabens. Aber sie helfen genau an der Stelle, an der das Palliativzentrum Schmetterling jetzt steht: zwischen Baustelle, Planung und dem späteren Betrieb. Auf dem Baufeld in Homburg war an diesem Tag zu sehen, dass aus einer langen Idee tatsächlich ein Ort entsteht, den viele Familien im Saarland dringend brauchen.

Der Förderverein Kinderhospiz Saarland aus Bous
Der Förderverein Kinderhospiz Saarland aus Bous Der heutige Förderverein Kinderhospiz Saarland entstand aus der Idee heraus, im früheren Kloster Heiligenborn in Bous ein stationäres Kinderhospiz zu errichten. Der ursprüngliche Name Förderverein Kinderhospiz Heiligenborn erinnerte sowohl an das Kloster als auch an den „Born“ als Sinnbild für Quelle und Leben. Nachdem eine Umsetzung in Bous nicht möglich war, wurden in den vergangenen Jahren weitere mögliche Standorte geprüft, darunter Hasenberg Ensdorf, die Abtei Tholey und das Hotel St. Georg in Saarwellingen. Seit 2009 setzt sich der Verein dafür ein, ein Kinderhospiz im Saarland möglich zu machen. Zur Arbeit des Vereins gehören unter anderem die Planung und Durchführung von Veranstaltungen, das Sammeln von Spenden, die Ansprache von Sponsoren, der Aufbau von Netzwerken, Gespräche mit politischen Vertretern und Fachstellen sowie der Kontakt mit dem Bundesverband Kinderhospiz. Auch Besuche bestehender Kinderhospize, Bedarfsanalysen und die Ausbildung von Vorstandsmitgliedern zu ehrenamtlichen Hospizhelfern gehörten zur langjährigen Arbeit. Mit der Spende von 50.000 Euro unterstützt der Förderverein nun das entstehende Kinderhospiz im Palliativzentrum Schmetterling in Homburg.

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