Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im März zwar erneut leicht gesunken, doch von einem Frühjahrsaufschwung kann nach Einschätzung der IHK Saarland keine Rede sein. „Ein Vorbote für einen Frühjahrsaufschwung ist das jedoch nicht“, stellte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé bei der Kommentierung der am 31. März von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen klar. Der leichte Rückgang folge lediglich dem üblichen saisonalen Muster – die tieferliegenden Probleme blieben ungelöst.
Aktuell sind an der Saar 39.254 Menschen ohne Arbeit gemeldet. Das sind 208 weniger als im Februar und 408 weniger als im Vorjahresmonat März 2025. Damit liegt die Zahl der Arbeitslosen bereits den dritten Monat in Folge unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote verharrte dennoch bei 7,4 Prozent, während sie bundesweit von 6,5 auf 6,4 Prozent sank. Im Ländervergleich rangiert das Saarland weiterhin im hinteren Drittel: Nur sechs Bundesländer weisen eine höhere Quote auf. Spitzenreiter Bayern kommt auf 4,2 Prozent, Schlusslicht Bremen auf 11,4 Prozent.
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung in einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes. Die Jugendarbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen stieg im Saarland erneut leicht an – von 6,5 auf 6,6 Prozent –, während sie im Bund bei sechs Prozent stagnierte. Bei den 55- bis unter 65-Jährigen blieb die Quote im Land unverändert bei 7,4 Prozent, bundesweit ging sie immerhin von 6,8 auf 6,7 Prozent zurück. Noch deutlicher fällt der Rückstand bei der Ausländerarbeitslosigkeit aus: Im Saarland stagniert sie bei 19,9 Prozent, im Bund sank sie von 14,9 auf 14,7 Prozent. Ausländer stellen im Land 36,4 Prozent aller registrierten Arbeitslosen, im Bund sind es 36,0 Prozent.
Der Blick auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeichnet ein noch düstereres Bild. Im Januar – neuere Daten liegen bislang nicht vor – sank die Zahl der Stellen im Saarland gegenüber Dezember 2025 um 2.200 auf 385.000. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einem Minus von 3.904 Stellen, also einem Rückgang von einem Prozent. Seit nunmehr zwei Jahren geht die Beschäftigung an der Saar zurück. Niedriger lag das Niveau zuletzt im Juli 2020 mit 383.936 Beschäftigten. Im Länderranking teilt sich das Saarland mit Thüringen den vorletzten Platz, während Sachsen und Sachsen-Anhalt mit jeweils minus 1,1 Prozent das Schlusslicht bilden. Mittlerweile verzeichnen zwölf von 16 Bundesländern sinkende Beschäftigtenzahlen, was den bundesweiten Rückgang von 0,2 Prozent erklärt – weit entfernt vom langjährigen Schnitt von plus 1,2 Prozent.
Als Ursachen für die anhaltende Schwäche benennt die IHK ein ganzes Bündel struktureller und geopolitischer Faktoren. Steigende Energiekosten, hohe Abgaben und ausufernde Bürokratie belasten die Unternehmen in ihrer gesamten Breite. Hinzu kommen die Auswirkungen des andauernden Ukraine-Krieges und des neu hinzugekommenen Iran-Krieges, die über steigende Energiepreise, drohende Rohstoffengpässe und gestörte internationale Wertschöpfungsketten auf die heimische Wirtschaft durchschlagen. Personalanpassungen, insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe, schreiten weiter voran, und die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen zieht nicht spürbar an.
Thomé forderte die Bundesregierung deshalb mit Nachdruck zum Handeln auf: „Umso dringlicher ist es, dass die Bundesregierung endlich eine grundlegende Reformagenda auf den Weg bringt. Es braucht spürbare Entlastungen bei Bürokratie, Energiekosten und Sozialabgaben. Nur so werden Investitionen am Standort Deutschland wieder attraktiver – und damit auch die Grundlage für neue Beschäftigung geschaffen.“ Ohne eine solche Kurskorrektur, so der Tenor der IHK-Analyse, droht der saarländische Arbeitsmarkt weiter an Boden zu verlieren – gegenüber dem Bund ebenso wie gegenüber der eigenen jüngeren Vergangenheit.


















