Ute Langenbahn bleibt die Stimme der Bauarbeiter, Reinigungskräfte und Forstbeschäftigten im Saarpfalz-Kreis. Die Delegierten des Bezirksverbands Saar-Trier der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt haben die 59-Jährige für weitere vier Jahre als Vorsitzende bestätigt. Ihr Credo bringt sie selbst auf den Punkt: „Gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel.“
Langenbahn kennt die Arbeitswelt, für die sie streitet, aus eigener Erfahrung. Knapp 20 Jahre war sie als Hauswirtschaftsmeisterin tätig, bevor sie hauptamtlich Gewerkschaftsarbeit übernahm. Heute vertritt sie eine Branche, die in der Region erhebliches Gewicht hat. Allein im Bauhauptgewerbe sind nach Angaben der Arbeitsagentur rund 1.750 Menschen im Saarpfalz-Kreis beschäftigt, in der Gebäudereinigung weitere 1.260. Hinzu kommen Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Garten- und Landschaftsbau.
Die wiedergewählte Bezirksvorsitzende richtet ihren Appell direkt an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region. Ob auf der Baustelle, im Malerbetrieb oder in der Reinigungsfirma – gerade in unsicheren Zeiten komme es darauf an, gemeinsam für die eigenen Interessen einzustehen. Die IG BAU Saar-Trier stehe dabei fest an der Seite der Beschäftigten. „Das gilt nicht nur, wenn es um faire Bezahlung, gute Job-Bedingungen oder die Mitsprache im Betrieb geht, sondern gerade auch dann, wenn es Zoff mit dem Chef gibt“, betont Langenbahn.
Neben der klassischen Tarifarbeit will sich die Gewerkschafterin auch stärker in politische Debatten einschalten. Besonders den Wohnungsbau hat sie dabei im Blick. Viele Vorhaben der Berliner Koalition hätten direkte Auswirkungen auf die Region und ihre Beschäftigten, erklärt sie. Es brauche mehr bezahlbare Wohnungen und deutlich mehr Sozialwohnungen – dafür sei dringend zusätzliche Unterstützung vom Bund nötig. Ebenso fordert Langenbahn ein klares Signal zur Stärkung der Tarifbindung: „Der Tariflohn sollte endlich zur Regel werden. Denn davon würden auch die Beschäftigten in der Region profitieren.“
Mit deutlichen Worten wendet sich die Gewerkschaftschefin gegen Vorschläge, die aus ihrer Sicht zulasten der arbeitenden Bevölkerung gehen. Kürzungen bei der Lohnfortzahlung, die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags oder eine Anhebung des Renteneintrittsalters – all das sei respektlos und gehe völlig an der Lebensrealität der Beschäftigten vorbei. Gerade auf dem Bau und im Handwerk sei die Rente mit 65, 66 oder 67 für viele schon heute unerreichbar, so Langenbahn. Statt über den Abbau sozialer Errungenschaften zu debattieren, brauche es sinnvolle Reformen. Vor allem eine Rente, die ordentlich, sicher und gerecht sei, stehe ganz oben auf der Agenda.
Mit ihrer Wiederwahl setzt der Bezirksverband Saar-Trier auf Kontinuität in einer Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen für Bau, Handwerk und Dienstleistungsberufe rasant verändern. Langenbahn macht keinen Hehl daraus, dass sie die kommenden vier Jahre als Kampfansage versteht – für bessere Arbeitsbedingungen, stärkere Tarifbindung und eine Politik, die den Alltag der Beschäftigten ernst nimmt.


















