Wie funktioniert eigentlich ein Zahnrad? Warum fällt ein Turm aus Bauklötzen um, ein anderer aber nicht? Fragen wie diese stellen sich Kinder der Städtischen Kita Luitpoldschule in St. Ingbert täglich – und seit dem Start des MINT-Projekts „EleMINTar“ finden sie darauf zunehmend eigene Antworten. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot machte sich am 11. März 2026 vor Ort ein Bild davon, wie naturwissenschaftliches Entdecken und digitale Werkzeuge bereits im Kita-Alltag zusammenfinden.
Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der Einrichtung. „Kindertageseinrichtungen sind die ersten Bildungsorte im Leben vieler Kinder – Orte, an denen sie neugierig die Welt entdecken, Freundschaften schließen und jeden Tag etwas Neues lernen“, sagte Streichert-Clivot. Die Kita Luitpoldschule zeige eindrucksvoll, wie frühkindliche Bildung Kinder ganzheitlich stärke. In Projekten wie „EleMINTar“ experimentierten die Mädchen und Jungen, stellten Fragen, beobachteten ihre Umwelt und sammelten dabei auch erste Erfahrungen mit digitalen Werkzeugen. „So werden schon in der Kita wichtige Grundlagen gelegt – für einen guten Start in die Schule und für eine Welt, in der naturwissenschaftliches Denken, Kreativität und digitale Kompetenzen immer wichtiger werden“, betonte die Ministerin.
Konkret geht es bei „EleMINTar“ darum, Kindern technische Phänomene und naturwissenschaftliche Zusammenhänge auf spielerischem Weg näherzubringen. Als Lernpate begleitet das St. Ingberter Unternehmen Festo die Kita bei diesem Vorhaben. Zum Abschluss des Projekts ist ein Besuch im Lernzentrum des Unternehmens geplant, wo die Kinder an Experimentier- und Mitmachstationen ihr Wissen vertiefen können. Damit reicht das Projekt über den Kita-Alltag hinaus und schlägt eine Brücke zwischen pädagogischer Einrichtung und regionaler Wirtschaft.
Die Kita Luitpoldschule liegt mitten in St. Ingbert und bietet derzeit 61 Betreuungsplätze für Kinder vom Krippenalter bis zum Schuleintritt. Elf Plätze sind für Kinder unter drei Jahren vorgesehen, 50 weitere entfallen auf den Ü3-Bereich – davon 40 als Ganztagsplätze. Neben dem MINT-Schwerpunkt setzt die Einrichtung als Sprach-Kita gezielt auf Sprachbildung, enge Zusammenarbeit mit Familien und einen wertschätzenden Umgang mit Mehrsprachigkeit. Gerade dieses breite pädagogische Profil macht die Kita zu einem Ort, an dem Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen gefördert werden.
Auch St. Ingberts Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer unterstrich die Bedeutung solcher Angebote. „Frühkindliche Bildung legt das Fundament für den gesamten weiteren Bildungsweg eines Kindes. Deshalb ist es entscheidend, dass Kinder bereits in der Kita vielfältige Lern- und Erfahrungsräume erhalten“, sagte Meyer. Einrichtungen wie die Kita Luitpoldschule leisteten vorbildliche Arbeit, indem sie Neugier, Entdeckergeist und Selbstvertrauen förderten – Fähigkeiten, die Kinder ihr ganzes Leben begleiteten.
Das Projekt „EleMINTar“ steht damit beispielhaft für einen Trend, der weit über St. Ingbert hinausweist: Digitalisierung und naturwissenschaftliche Bildung werden nicht mehr als Themen betrachtet, die erst in der Schule beginnen. Stattdessen rücken sie zunehmend in den Fokus frühkindlicher Pädagogik. Wenn Kinder gemeinsam experimentieren, Lösungen suchen und ihre Entdeckungen mit Tablet oder Kamera festhalten, entsteht ein Lernprozess, der weit mehr vermittelt als reines Faktenwissen. Er stärkt Teamfähigkeit, Kreativität und den Mut, Fehler als Teil des Lernens zu begreifen – Kompetenzen, die in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft unverzichtbar sind.


















