Bild: Bill Titze

Viele denken beim Römermuseum eben genau an das – das antike Volk, das in Schwarzenacker vor 2000 Jahren siedelte. Doch auch im Barock war hier einiges los. Und so sollte genau diese Epoche bei „Ambottens Fest“ in den Mittelpunkt gestellt werden. Bei den einzelnen Programmpunkten gab es viel zu lernen und zu sehen.

Bereits beim Betreten des Gartens fiel auf, dass es keinesfalls römische Klänge waren, die da über frisch gemähten Rasen und bunte Blumenbeete herüberwehte. Nein, es war barocke Musik, die die Besucher von „Ambottens Fest“ in die richtige Stimmung bringen sollten. Auch der Name der Veranstaltung selbst deutete auf die Epoche hin, denn Carl Christian Georg Baron von Ambotten war hier im 18. Jahrhundert der Hausherr.

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Ein Hausherr, der sehr wahrscheinlich mit Wohlgefallen auf die Tänzerinnen geschaut hätte, die durch seinen Garten schwebten. Mit roten und blauen Fächern und barock anmutenden Tanzbewegungen sorgte nämlich die Ballettjugend Company von der Tanzmanufaktur unter der Leitung von Lisa Kilthau-Merscher für einen der Höhepunkte des Festes. Freilich hätten die gelungenen Darbietungen der jungen Tänzerinnen mehr Bewunderer verdient gehabt, denn es waren letztlich doch nur recht wenige Gäste zur offiziellen Eröffnung anwesend.

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Nicht umsonst wies der Vorsitzende der Stiftung Römermuseum, Landrat Theophil Gallo, auf die „starke Konkurrenz“ an diesem Samstag hin. Schließlich fanden mit dem Homburger Flohmarkt, dem Jägersburger Strandfest und dem Blieskasteler Biosphärenmarkt verschiedene weitere Top-Veranstaltungen in der Region statt. Die Gäste, die dennoch ins Römermuseum gekommen waren, erlebten aber interessante Stunden auf der Anlage.

Philipp Scheidweiler, Michael Forster und Dr. Theophil Gallo (v.l.n.r.) – Bild: Bill Titze

So führte beispielsweise Monika Link alias Kammerzofe Henrietta die Gruppen durch die barocke Gemäldegalerie im Edelhaus – und hatte einige „Geheimnisse“ zu verraten. Unter anderem berichtete sie über eine „Wilderei“ des Barons Ambotten, der einmal einen im Gemüsegarten des Edelhauses fressenden Hirschen geschossen hatte. Im 18. Jahrhundert ein ernstzunehmendes Vergehen, denn Wild schießen durfte nur der Herzog. Als „Strafe“ musste Ambotten seine Münzsammlung abtreten – mit allerhand gefälschten Stücken. Solche Geschichten sorgten natürlich für einige Lacher im Publikum von Kammerzofe Henrietta.

Monika Link alias Kammerzofe Henrietta – Bild: Bill Titze

Etwas ernster ging es schließlich bei Vorträgen der Kunsthistorikerin Dr. Jutta Schwan zu, die über die Morgentoilette im Barock referierte. Unterhaltsam war es aber durchaus und das ein oder andere Vorteile wurde ebenfalls widerlegt. Genau das war in gewisser Weise auch das Ziel des „Barockfestivals“, wie man den Begrüßungsworten von Bürgermeister Michael Forster entnehmen konnte. „Für uns als Stadt ist es wichtig, dass wir hier in Schwarzenacker auch einen guten Teil Barockgeschichte haben.“ Schließlich wolle man alles darbieten, was die Stadt zu bieten habe. Auch der Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum, Philipp Scheidweiler, schlug in diese Kerbe. „Wir haben hier viele barocke Elemente, den Garten, das Edelhaus oder die Gemäldesammlung. Deshalb wollen wir die Themen Barock und Römer gleichermaßen bespielen.“

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Kunsthistorikerin Dr. Jutta Schwan – Bild: Bill Titze

Dieses Angebot richtete sich aber natürlich nicht nur an Erwachsene, sondern auch Kinder. Im Freilichtmuseum konnten beispielsweise Masken und Fächer gebastelt werden; außerdem konnten sich die Kleinen auf der Hüpfburg austoben. Zur Belohnung gab es schließlich noch Popcorn am Eingang. Durchaus möglich also, dass sich die Worte von Landrat Gallo verwirklichen: „Ich gehe fest davon aus, dass sich das tolle Programm herumsprechen wird.“

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