Die im Dezember 2018 vom Stadtrat beschlossene Empfehlung für den geplanten Autobahnanschluß Homburg Ost sorgt in den angrenzenden Ortsteilen für Unruhe. Durch die sogenannte Variante 2 würde quer durch den Eichwald zwischen Jägersburg und Reiskirchen/Erbach eine 80 Ha große Schneise entstehen und durch ein Landschaftsschutzgebiet sowie ein Wasserschutzgebiet geführt werden. Die alternativ vorliegende Variante 1, die über zwei Kreisverkehre eine direkte Auffahrt im Bereich der bereits bestehenden Autobahnunterführung der L118 darstellt, wurde verworfen. 

Am 22.02. gründete sich in Reaktion auf diese Entscheidung in der Grundschule Jägersburg in Anwesenheit von rund dreißig Personen die „Bürgerinitiative Eichwald“, die sich zum Ziel gesetzt hat, diese Variante 2 zu verhindern. „Die Variante 2 bringt verkehrstechnisch keinerlei Vorteile, sie bietet höhere Unfallrisiken, ist um ein vielfaches teurer und sie macht durch die enorme Schneise, die sie durch den Wald schlägt, den Eichwald für Mensch und Tier unbrauchbar. Ein intakter Lebens- und Erholungsraum wäre für immer zerstört.“ so Arno Auffenfeld, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative.

Die Bürgerinitiative betont, dass Sie überparteilich und generationenübergreifend tätig sein möchte. Dies wurde auch dadurch unterstrichen, dass sich mehrere Mitglieder aller Parteien aus dem Ortsrat Jägersburg daran beteiligen, darunter Ortsvorsteher Jürgen Schäfer. Der Ortsrat hatte sich im Vorfeld der Abstimmung im Stadtrat bereits einstimmig gegen die „Variante 2“ ausgesprochen. 

Der im Anschluss gewählte Sprecherrat der BI Eichwald besteht aus Arno Auffenfeld, Rolf Schmeiser, Michael Glas, Andreas Ragoschke-Schumm, Hermann Malter, Jörg Donauer und Lukas Mayer. Auf der Gründungsveranstaltung wurde ein Informationsflyer verabschiedet, der in den nächsten Tagen und Wochen an die Haushalte in den betroffenen Ortsteilen verteilt wird. Geplant ist ferner ein Protestschreiben an das Bundesverkehrsministerium und das LfS.

Die BI Eichwald betonte, dass sie den Autobahnanschluss Homburg Ost nicht grundsätzlich ablehnt, aber die Variante 1, die auch von Experten empfohlen wurde, eindeutig bevorzugt. Diese bedeutet ein deutlich geringeres Waldopfer, das den Wald in seiner Gesamtheit nicht gefährdet. Die bisher unzureichenden Lärmschutzmaßnahmen entlang der L118 in Reiskirchen würden ertüchtigt und die Anwohner dadurch wesentlich besser vor Verkehrslärm geschützt als vorher. 

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3 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrte Leser, um EINEN Baum im Garten zu fällen, brauche ich eine Erlaubnis. Was mit dem Eichwald geschehen soll, überschreitet meine Vorstellung: Ständig wird über Artensterben, Insektensterben und und und geredet. Thema Luftverschmutzung: Der Wald ist unsere „Lunge“!
    Ein weiterer Punkt: Die Stadt Homburg verdient nicht schlecht an Jägersburg als Naherholungsgebiet, Wasserschutzgebiet und „Dorf der WÄLDER (!!) und Weiher! Und all das soll geopfert werden für einen Autobahnanchluss – unnnötig wie ein Kropf! Die Werbung wird ad absurdum geführt! Nirgendwo findet man innerhalb weniger Kilometer 3 Autobahnanschlüsse!!! Sind wir hier in einem Industriegebiet? Nein, nur in dem kleinen Saarland… Überall wird über die enorme stetig wachsende Abgas- und Feinstaubbelastung GEREDET – und ständig DAGEGEN gehandelt… Noch ein Punkt: Wer hat die WIRTSCHAFTLICHKEIT (sprich Kosten – Nutzen) geprüft? Und wer ENTSCHEIDET LETZTENDLICH? Der Brger ist mal wieder nur der Esel Bricklebritt…
    Eine erzürnte 75jährige Jägersburgerin

  2. Hallo, Sie sprechen mir aus der Seele……
    Umweltschutz fängt bei UNS an und nicht erst in China!
    Die Salamitaktik der Stadtoberen beobachte ich schon lange und das nicht nur im Eichwald,
    sondern auch z.B. um den Schloßweiher.
    Das Wohl der Bürger (Gesundheit) bleibt dabei auf der Strecke und das Naherholungsgebiet Jägersburg wird ohne Rücksicht unwiederbringlich zerstört.
    Wurden unsere Stadtväter nicht einmal gewählt „zum Wohle des Volkes“?
    Ein enttäuschter Jägersburger

  3. Ja, Herr Bohlander – die „Beschneiderei“ um die Jägersburger Weiher ist wahrhaftig eine Verschandelung unserer Weiher – alles muss irgendwie „ordentlich“ aussehen, Büsche werden abgeholzt u. Bäume stehen durchweg in gleichmäßigen Abständen. Und das Schlimmste: Die Weiher werden nicht mehr ausgebaggert wie früher, so dass der ganze angeschwemmte Schlamm sich ablagert – Fazit: Enten wortwörtlich knöcheltief im Wasser, Gärschlamm entsteht (u.a. durch die Entenfütterung mt Brot usw.), niedirger Wasserstand führt im Sommer dazu, dass kaum noch Sauerstoff für die Fische da ist (auch nicht im Fischweiher des Angelvereins!!!) – aber davon haben unsere „Stadtväter“ wohl keine Ahnung, bzw. die Kosten sind ihnen zu hoch….
    Für Tourismus wird alles getan, ob es der Natur zuträglich ist oder nicht – Hauptsache, der Rubel rollt. Bin mal gespannt, wann die Wellness-Gäste des neuen Hotels auf ein Schlammloch gucken, haha…

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