In abgespeckter Form aber gutgelaunt wurde in Kleinottweiler am Sonntag die traditionelle Bohnekerb gefeiert. - Foto: Rosemarie Kappler

Es war absehbar, dass die Kleinottweiler Bohnekerb 2020 wegen Corona abgespeckt und dünn wie eine Bohnenstange daherkommen wird.

Üblicherweise wird die mehrtägige Veranstaltung vom Ortsrat und von der ASV Kleinottweiler getragen. Sie beginnt freitags mit dem traditionellen Brunnenfest. Der Ortsrat, in dem die drei ASV-Vorsitzenden mitwirken, hatte bereits vor Wochen allerdings beschlossen, das Brunnenfest abzusagen. Ortsvorsteher Daniel Heintz (SPD) begründet dies damit, dass es an der Örtlichkeit rund um den Brunnen kaum möglich gewesen wäre, die Hygienevorschriften einhalten zu können. Anders sah es nach seiner Aussage am ASV Sport- und Kulturheim aus. Dort gibt es eine voll ausgestattete Küche mit der Möglichkeit von heißem Wasser und es gibt genügend Platz, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Deshalb hatte sich der Vereinsvorstand dazu entschlossen, am Kerwesonntag ein abgespecktes Kerwetreiben zu organisieren und montags einen eingeschränkten Frühschoppen anzubieten.

Abgespeckt bedeutet: Keine Straußbuben, kein Kerwestrauß („Er hätte auf den Namen Corona getauft werden müssen“, so Heintz), keine Kerwerede und keine Playback-Show. Am Sonntag zur Mittagszeit erinnerten aber Spießbraten, Tafelspitz und Meerettich daran, dass es tatsächlich die Bohnekerb ist, die da gefeiert wird. Und auch Live-Musik gab es, zu der sogar getanzt wurde. Was die Bohnekerb 2020 aber bewirkte war, dass der neu zusammengestellten und von Patrik Severin trainierten Aktiven-Mannschaft ein Forum für Gemeinschafts- und Teamgeist und gesellige Verbundenheit geboten werden konnte. Der Aktiven-Pool setzt sich zur Hälfte aus Kleinottweilerer Spielern (darunter vier Neuzugängen) und desweiteren aus Kickern der benachbarten Kommunen Neunkirchen und Kirkel zusammen. Severin kann dabei überaus kollegial auf die Erfahrungen von Sebastian Wnuk zurückgreifen, der die Aktiven zuvor kommissarisch trainiert hatte. Diese müssen nun erst einmal zusammmenfinden und dazu bot die Bohnekerb gute Gelegenheit.

Bereits am Samstagabend tröstete man sich im engeren Kreis über das 2:1 verlorene Testspiel gegen Waldmohr hinweg und bewies beim Ausschank und beim Aufräumen, dass man zusammenarbeiten und zusammenhalten will. Auch bei der eigentlichen Bohnekerb am Sonntag halfen die Neuen tatkräftig mit, sehr zur Freude des ASV-Vorstandes.

Was diesem indes Sorge bereitet, formuliert Daniel Heintz so: „Während der ersten Monate in der Corona-Krise fanden hier ja keinerlei Aktivitäten statt. Erst seit drei Wochen beginnt das Vereinsleben an Fahrt aufzunehmen. In dieser Zeit wurde uns bereits drei mal die Polizei geschickt. Dafür habe ich kein so großes Verständnis.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.