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„Honey Creek“ im Interview

 

HOMBURG1: Stellt euch doch mal kurz vor, wer seid ihr, was macht ihr privat, wie lange kennt ihr euch und wie kam es zur Gründung von Honey Creek.

Honey Creek: Wir, die Jungs von Honey Creek haben uns über viele Umwege an der berühmt / berüchtigten Kreuzung getroffen wo der Sage nach Musiker auf den Teufel warten um ihm ihre Seele zu verkaufen. Der Deal mit dem Teufel bringt musikalischen Erfolg im Tausch gegen die arme Seele, die irgendwann eingefordert wird. Wir hatten entweder unsere Seele schon verkauft oder der Teufel hatte kein Interesse weil er nichts anbieten konnte was unsere Musikalität steigern würde. Man traf sich zu einem Zeitpunkt an dem alle bereits Erfolge der verschiedensten musikalischen Art hatten. Es ging also nur um Spaß an der Musik. Als wir feststellten, dass wir den gleichen musikalischen Geschmack hatten, ging es los.

HOMBURG1: Honey Creek ist eine der angesagtesten Bands im Saarland…und ihr macht nicht unbedingt Mainstream-Musik. Wie erklärt ihr euch diesen Erfolg?

Honey Creek: Vielleicht hat es mit der vielzitierten Authentizität zu tun. Ein Muttersprachler weiß halt was er singt. Keiner der Jungs muss noch etwas beweisen. Jeder hat schon in mehreren erfolgreichen Bands gespielt und genießt die Sache an sich: Musikmachen für Leute, denen die Musik Spaß macht. Vielleicht ist es aber einfach nur die Freude an der Musik und an der Kreativität. Oder die „Ecken und Kanten“ der Konzerte. Eingefleischte Fans besuchen drei Konzerte hintereinander und beteuern jedes wäre anders gewesen. Nichts Weichgespültes, reine kraftvolle handgemachte Mucke.

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Foto: Rich Serra

HOMBURG1: Ihr seid als Musiker schon länger im Geschäft und habt jahrelange Erfahrung in der Branche. Wohin soll euch der Weg mit Honey Creek führen und wohin kann euch der Weg mit der Band noch bringen?

Honey Creek: Die Produktion der CD ist fast abgeschlossen, vom Auftritt beim „Matinée am Schloss“ welches mit 2500 Gästen das meistbesuchte Konzert dieser Reihe war ist eine DVD in Arbeit. Wir werden weiter reisen als bisher. Mal sehen wo auf der Welt unsere Musik gut ankommt.

HOMBURG1: Bei Bands gibt es in der Öffentlichkeit immer Klischees mit einem lachenden Auge. Der Sänger kriegt alle Frauen, der Schlagzeuger hält nicht den Takt, der Bass verpasst den Einsatz, Musiker machen nach dem Konzert immer viel Party – findet ihr bei euren Bandkollegen ein Klischee und wie seht ihr das bei euch selbst?

Honey Creek: Ja, bei uns bekommt jeder einzelne alle Frauen, hält nicht den Takt und verpasst den Einsatz. Wir sind durch die russische Wildnis gefahren, waren beim SWR im Fernsehen, spielten auf riesigen Bühnen und den kleinsten Kneipen, vor 20-jährigen und vor 70-jährigen. Irgendwie sind wir alle vollkommen verschieden und deshalb wird’s nie langweilig.

HOMBURG1: Ihr habt mit James eine richtige „Rampensau“ als Sänger auf der Bühne mit einem beeindruckenden Erscheinungsbild. Wie wichtig ist auf der Bühne ein solches Auftreten und wie fühlt man sich als Instrumentalist, die oftmals dabei etwas in den Hintergrund rücken?

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Honey Creek:Martin Donner wird manchmal scherzhaft von James „Martin Thunder“ genannt. Er wird seinem Namen gerecht. Selten sieht man einen Drummer, der so organisch und ausdrucksstark spielt. Bei Honey Creek wird ihm aber auch viel Raum gegeben um sich zu entfalten. Holger Janes bildet eine perfekte Symbiose mit dem Drummer und zusammen sind sie das Fundament der Band. Michael Reufsteck spielt keinen konventionellen Stil sondern holt alle Facetten aus dem Instrument, die es hergibt. Die Gitarre schreit regelrecht als wäre sie ein lebendes Wesen. James Boyle ist ein Rockstar. Aber einer zum Anfassen. Deshalb kann die Band nicht ohne James und James nicht ohne die Band.

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Foto: Rich Serra

HOMBURG1: Ihr rockt kleine Kneipen, wie am 17.Oktober im Old Dublin Homburg, habt aber schon Open Air gespielt und auf großen Bühnen. Wie bereitet man sich da als Musiker vor und vor allem: wo macht es mehr Spaß?

Honey Creek: Die Band spielte über die 500.000 € teuren Boxen bei einer Vorführung der renommierten Firma Backes & Müller, verzeichnete großes Interesse für das eigens für Honey Creek kreierte „Rock`n Blues Dinner“, also tatsächlich ganz verschiedene Flairs. Egal wo wir spielen: wir geben alles. Am meisten Spaß macht es wenn die Gäste gut drauf sind und mitmachen. Bei Leuten, die die Band nicht kennen dauert das aber nur 3 Songs, dann feiern sie mit.

HOMBURG1: Im Saarland und der angrenzenden Region wird auf Festen und Veranstaltungen meist als Headliner mit Cover-Bands gearbeitet. Beschreibt doch mal eure Erfahrungen in der Musikbranche und mit Veranstaltern im Saarland und wie der Umgang mit Bands ist, die ein Repertoire an eigenen Liedern haben. Ist es schwer an Gigs zu kommen?

Honey Creek: Oft ist der Prophet im eigenen Land nichts wert. Aber im Saarland liebt man uns. Natürlich mögen uns die Veranstalter weil wir eine große Fanbase haben und unsere Konzerte immer ausgebucht sind, aber auch weil wir nicht rumzicken, nett sind und viel Routine haben durch die vielen Gigs. Wir konnten in diesem Jahr einige Gigs gar nicht annehmen wegen den vielen Terminen. Man will uns sogar an Geburtstagen und Hochzeiten um etwas ganz Besonderes zu erleben. Als vor ein paar Wochen in einem kleinen Ort der Fußballverein das jährliche Vereinsfest ausrichtete wo bisher nur Helene Fischer Verschnitte auftraten, standen 600 bunt zusammengewürfelte Menschen aller Altersgruppen vor der Bühne und applaudieren begeistert. Zu späterer Stunde stürmen dann Mädels die Bühne, wie man es sonst nur bei Popbands erlebt.

HOMBURG1: Ihr schreibt und spielt eigene Lieder! Wie fühlt man sich als Künstler, wenn man beim Publikum merkt: Hey, die Leute kennen unser eigenes Lied!

Honey Creek: