Im hektischen Alltagsleben und der Veränderung von Land und Leuten und unserer gesamten Gesellschaft, ist die Wahrung von alten Traditionen längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Früher wurde in den Ortschaften die „Kerb“ wesentlich größer gefeiert. Heutzutage ist es schwierig geworden, man­cher­orts ist sie sogar ganz verschwunden. In Homburg-Beeden ist das nicht so.

Die Beeder Kerb gibt es nun bereits seit über 100 Jahren, mal größer, mal kleiner. Und um diese Tradition weiter hochleben zu lassen, bemühen sich Jahr für Jahr mit viel Engagement, die Straußbuben und Straußmäde aus dem Ort. Gelingen tut das nur, wenn Vereine und Bürger zusammen anpacken und das scheint hier sehr gut zu funktionieren.

„Generell geht es bei uns um den Gedanken, dass wir als Gruppe zusammenhalten, viel Spaß haben und unseren Ort unterstützen“, sagt uns Straußmäde Sabrina, die von ihren Freunden liebevoll die „Kerbemama“ genannt wird. Alles beginnt am Samstag, da wird die Kerb ausgegraben, denn sie liegt seit dem letzten Jahr symbolisch im Garten eines Straußbuben oder Straußmäde begraben. Dann wird die Kerb angeschrieen und die Kerb ist eröffnet. Danach führt der Weg zum Sportheim wo bei viel Musik und leckeren Getränken gefeiert wird.

(c) Straußbuben und Straußmäde aus Beeden

Sonntag dreht sich alles um den großen Umzug. Gegen 13:00 Uhr beginnt der Zug durchs Dorf. Dann sind alle auf den Beinen und kommen aus ihren Häusern. Auch ehemalige Straußbube und Straußmäde gesellen sich dazu und laufen mit. Allen voraus fahren die Traktorfreunde aus Beeden, begleitet vom Kerbepfarrer und einer Musikkapelle. Die Straußbuben tragen dabei den Kerbebaum zum Sportheim, an dem auch die obligatorische Kerberede gehalten wird. Unterwegs passieren die lustigsten Sachen. „Es gab schon Anwohner, die vor der Tür für uns gegrillt haben und wir kriegen von vielen Schnäpschen hingestellt“, erzählt Straußmäde Sabrina. Musikalische Unterhaltung gibts Sonntag und Montag von Harald Keller.

Die Planungen und Vorbereitungen zu einem der jährlichen Dorfhighlights begannen dabei schon im Frühjahr. Ab dann wird sich regelmässig getroffen, allein die ganzen Schleifchen um den Kerbebaum zu befestigen, dazu braucht es viel Zeit. Bei den Beedern schwankt ab und an nicht nur der Promillespiegel, auch die Anzahl der Mitglieder ist insgesamt sehr unterschiedlich, daher freuen sie sich über jeden, der dazukommen möchte und sind offen für Nachwuchs. Wer also Interesse hat und mindestens 16 Jahre alt ist, darf sich gerne melden.

(c) Straußbuben und Straußmäde aus Beeden

Erst am Mittwoch kommende Woche wird die Kerb dann wieder beerdigt. Dafür wird sich passend schwarz angezogen, die Fackeln ausgepackt und die Straußbuben und Straußmäde laufen mit einem Sarg durchs Dorf zum „Friedhof der Kerb“. Eines verwundert uns dann doch ein wenig. „Es gibt bei uns tatsächlich auch Leute, die keinen Alkohol trinken, es ist also keine Pflicht“, verrät uns Sabrina. Aber egal ob mit oder ohne Alkohol im Blut, es ist schön zu sehen, dass sich die Menschen engagieren und zusammen etwas für ihren Ort auf die Beine stellen. An diesem Wochenende und darüber hinaus freuen sich die Beeder dann über gutes Wetter und viele gutgelaunte Besucher.

Alle Programmpunkte haben wir hier für euch im Überblick:

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