Wenn Schüler im Landtag zu Gast sind, dann nehmen Sie gewöhnlich an Führungen teil oder sie diskutieren mit Abgeordneten über die parlamentarische Arbeit des hohen Hauses. Aus einem ganz anderen Grund waren in dieser Woche Schüler der Querdenker-Fördergruppen für besonders begabte und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler des Christian von Mannlich-Gymnasiums Homburg in den Landtag gekommen.

Anlässlich des 70. Jubiläums des Grundgesetzes und zum 30. Jahrestag des Mauerfalls hatten die Landesmedienanstalt Saarland (LMS), die Siebenpfeiffer-Stiftung und der Saarländische Journalistenverband (SJV) im Rahmen der Reihe #pressefreiheit die Gymnasiasten dazu eingeladen, ihre Sichtweisen auf Freiheit vorzutragen.
Die Veranstaltung selbst hatte einen engeren Rahmen, sollte es doch primär um die Funktion von Journalismus und freien Medien für die Demokratie gehen und um die Bedeutung von Pressefreiheit als Basis für die Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt heute. Und so wurden die „Querdenker“ ihrem Namen ganz gerecht, indem Sie, begleitet von ihren Lehrerinnen und Lehrern Ulrike Bossung, Johannes Schmitt, Jan Weißler und Schulleiter Wolfram Peters, vor hochkarätig besetztem Publikum den Blick weiteten und subjektive Freiheits-Erfahrungen neben Versuche der objektiven Betrachtung des Freiheitsbegriffes stellten.

Neben Landtagspräsdident Stephan Toskani, Roland Jahn, dem Bundesbeauftragten der Stasiunterlagenbehörde, waren auch Dr. Theophil Gallo als Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung, Prof. Dr. Stephan Ory, Vorsitzender des Medienrates der LMS, und Prof. Dr. Dieter Dörr, Gründungsdirektor des Mainzer Medieninstituts, unter den Referenten.

Bild: Jan Weißler

Aufrüttelnd trugen die Schüler ihre Perspektiven vor und sprachen das Publikum direkt an: „Wir sind nicht nur für die Altersquote hier“, rief Rouven Hahn provokativ in den Saal. „Freiheit ist so einfach. Doch ihr habt es so kompliziert gemacht“ klagte Nagham Al Shaaban an. Merle Frego fragte: „Na, haben Sie uns schon in eine Schublade gesteckt?“
Schließlich schlugen die Schüler den Bogen zu Möglichkeiten des Identifizierens von Fake News. Tipps zum Umgang mit Falschmeldungen wurden an der Homburger UNESCO-Projektschule im letzten Jahr im Rahmen eines Workshops im Kontext der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ mit Ulli Wagner und Florian Meyer vom Saarländischen Journalistenverband entwickelt.

Wie relevant die Sichtweisen der Schüler für die Diskussion waren, zeigte sich nicht nur an dem zwischen den Beiträgen immer wieder aufkommenden Applaus, sondern vor allem darin, dass die Experten die Standpunkte der Jugendlichen in ihren Vorträgen mehrfach aufgriffen. Pressefreiheit ist ein generationenübergreifendes Thema, das mit dem Internet eine neue Dimension erhält. Kritisch zu hinterfragen, Meinungen mit Fakten zu verbinden, die Gegenseite anzuhören – das sind nicht nur Prinzipien für ein gelingendes Zusammenleben, sondern es sind auch Elemente einer Haltung, die eine gute Schule ausmacht.

Bild: Jan Weißler

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