Es war ein Aufruf, der in all den Meldungen rund um die aktuelle Corona-Epidemie etwas untergegangen ist: das Saarland braucht euer Blut! Durch die Verunsicherung rund um das Coronavirus sind die Blutspenden in unserer Region drastisch zurück gegangen, was die Kliniken im Land vor immense Probleme stellt. 

Univ.-Prof. Dr. med. Hermann Eichler
Facharzt für Transfusionsmedizin, Zusatz-Weiterbildung Hämostaseologie
Universität und Universitätsklinikum des Saarlandes

Das bestätigt auch Univ.-Prof.Dr. Hermann Eichler, Leiter des Institut für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin und damit auch zuständig für die Blutspenden am UKS, mit dem wir über die aktuelle Situation gesprochen haben: „Im Saarland wird insgesamt zu wenig Blut gespendet. Wir haben hier seit Jahren weniger Vollblutspenden, als wir verbrauchen. Wir haben – wie man in der Wirtschaft sagen würde – ein strukturelles Defizit.“ Das bedeutet: das Saarland muss sich im Bereich der Blutkonserven auf Rheinland-Pfalz verlassen, die die fehlenden Konserven durch Lieferungen ausgleichen. 

Doch durch die aktuelle Corona-Pandemie geht auch in anderen Bundesländern – und damit auch bei den Nachbarn in Rheinland-Pfalz – die Spendenbereitschaft zurück, was die Situation hier vor Ort noch verschlimmert. „Deswegen nutzen wir auch die Krise um der Bevölkerung zu sagen „Spendet Blut!“, damit die Saarländerinnen und Saarländer ihre Blutversorgung selber hinkriegen“, so der Appell von Prof.Dr. Eichler, der seiner Aufforderung mit Zahlen Nachdruck verleiht.

„Im Blutspendedienst West, dazu gehören Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, haben wir aktuell ein Minus von 20%, denn die Blutkonserven können nicht auf Lager gehalten werden. Rote Blutkörperchen-Konzentrate sind nur sechs, maximal sieben Wochen lagerbar, wir brauchen also einen kontinuierlichen Nachschub.“ Am UKS ist der Rückgang noch deutlicher: hier verzeichnet der Blutspendendienst ein Minus von 50%. Wegen Corona scheinen viele Menschen den Weg zu Blutdiensten zu scheuen, die an eine Klinik angebunden sind, was sich auch an anderen Standorten in der Republik zeigen lässt. 

Dabei ist die Situation beim Spendendienst am UKS völlig unproblematisch, da das entsprechende Gebäude vorgelagert noch vor der Einfahrt erreichbar ist und man dadurch nicht einmal das Klinikgelände betreten muss. Eine Angst ist in diesem Punkt also unbegründet. „Wenn man zum Blutspendendienst geht, trifft man auch nur auf gesunde Menschen. Leute die in Risikogebiete waren, werden schon am Empfang mit einem Schild darauf hingewiesen, dass sie nicht spenden dürfen.“ Denn um zum Blutspender zu werden, muss man gesund sein, 18 Jahre alt und mindestens 50 Kilo wiegen. 

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