In der alten Schule entstehen neun Wohnungen, bevorzugt für ältere Menschen. Ab Januar 2023 könnte das dann sanierte Gebäude bereits bewohnbar sein. Foto: Rosemarie Kappler.

Überraschung im Ortsrat Höchen: Bereits zum Jahresbeginn 2023 sollen neue Mieter in die alte Schule in Höchen in der Dunzweiler Straße einziehen können. Dann darf dort gewohnt werden wo früher Generationen von Grundschülern gestrietzt wurden. Privatinvestoren haben das Gebäude Ende letzten Jahres von der Stadt gekauft. Neun Wohnungen, zum Teil barrierearm, sollen vor allem durch Umnutzung der früheren Klassensäle entstehen.

Das Thema „Alte Schule“ hat die Stadt Bexbach und die Gemeinde Höchen über Jahre beschäftigt, vor allem auch wegen der Kosten. Zu dem Zeitpunkt, als sich Ortsrat und Höcher Bürger auf den Weg der Dorfentwicklung machten zeichnete sich ab, dass eben wegen der Kostensituation ein Parallelbetrieb von Glanhalle und Alter Schule für die Dorfgemeinschaft nicht mehr zu stemmen sei. Im Rahmen der Dorfgespräche wurde dann beschlossen, die Glanhalle mit einem Anbau zu versehen und dann auf die Alte Schule zu verzichten, die von der Stadt veräußert werden sollte. Mit dem Erlös sollte ein Teil der Aufwertung der Glanhalle finanziert werden. Zudem würde die Stadt in den Folgejahren durch Wegfall der Erhaltungs- und Betriebskosten für das Schulgebäude Geld sparen.

Lange Zeit war die Alte Schule zum Verkauf angeboten worden und es hatte eine Reihe von Interessenten dafür gegeben. Erst im letzten Jahr legte ein Investor ein schlüssiges Nutzungskonzept vor, das für die Stadt überzeugend genug war, um die Veräußerung klar zu machen. David Schneider hatte ursprünglich die alte Schule in Kleinottweiler kaufen wollen, nicht zuletzt auch deshalb, weil er in Kleinottweiler lebt. Doch zu der Zeit gab es bereits Pläne, die dortige Schule in ein Dorfgemeinschaftszentrum umzufunktionieren. Die Stadt bot dem Interessenten ihrerseits die Schule in Höchen an.

Gemeinsam mit seinem beruflichen Architektenpartner Christian Filip und den Betreibern der Schreinerei Roth in Erbach gründete der Innenarchitekt die ‚Plankwadrat GbR‘, die das alte Schulgebäude gekauft hat und fachgerecht für Wohnzwecke herrichtet. Neun Wohnungen zwischen 68 und 91 Quadratmetern Größe werden entstehen. Das komplette Heizsystem und die erforderlichen Baumaterialien seien frühzeitig geordert worden und vorhanden, so dass kaum mit Verzögerungen zu rechnen sei, informierte Schneider den Ortsrat. Er geht deshalb davon aus, dass ab Januar 2023 mit der Vermietung begonnen werden kann.

Fünf der Wohnungen sind barrierearm ausgelegt. Das betrifft drei Wohnungen im Erdgeschoss, die über die Rampe zur Straßenseite hin erreichbar sind. Über den Hof sind ebenerdig die beiden Wohnungen im Untergeschoss zugänglich. Das gesamte Erscheinungsbild der Schule bleibe erhalten, auch das Treppenhaus mit der Verglasung, das dann lichtdurchflutet sei, so dass es in dem Gebäude keine dunklen Gänge gebe. Energetisch werde der Bau ‚eingepackt‘, für Wärme sorgt eine Pelletheizungsanlage. Solarkollektoren hätten es erforderlich gemacht, das eigentlich gute Dach komplett zu erneuern und mit einer geeigneten Stützkonstruktion zu versehen. Das hätte die Kosten hochgetrieben und damit letztlich die Mieten. Das sei aber so nicht vorgesehen gewesen, denn man wollte bezahlbaren Wohnraum anbieten.

Was die Investoren noch im Blick haben: Ihr Wohnangebot sollte gerade für ältere Menschen attraktiv und leistbar sein, die im Gebäude ein eigenes Gemeinschaftsleben entfalten können. Dazu stehe dann auch die attraktive Außenfläche hinter dem Gebäude zur Verfügung. Auch Balkone wird es geben und Stellplätze. Die Idee von Schneider und seinen Partnern ist, dass ältere Menschen aus Höchen, denen die bisherige Wohnung oder die eigene Immobilie zur Last werden, in der alten Schule im Heimatort ein neues Domizil finden.

Mit dem Schulgebäude hat „Plankwadrat“ auch gleich das angrenzende Grundstück erworben. Dort soll irgendwann ein Gebäude mit weiteren fünf Wohnungen entstehen. Was Schneider dem Ortsrat noch berichtete war, dass leider in der Vergangenheit Schäden am Gebäude nicht sachgerecht repariert worden waren. Das hatte Feuchtschäden im Keller zur Folge, „wo man den Putz nicht anschauen durfte, damit er nicht von der Wand fällt“, beschrieb Schneider dem Ortsrat die vorgefundene Situation. Im Gremium selber war man dankbar dafür, dass mit dem Projekt vor allem auch an ältere Menschen gedacht wurde und dass hierfür am Ende ein schickes Gebäude mit bezahlbaren Wohnungen entsteht.

Ein wichtiges Thema im Ortsrat war die Beseitgung von Riesen-Bärenklau auf einer Fläche in Richtung Höcherbergturm. Hier sollte die Stadt prüfen, ob sie nicht vielleicht doch mit chemischen Mitteln rangeht und eine Ausnahme macht. In Sachen Tempo 30 informierte Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer darüber, dass ihr zurückgemeldet wurde, dass zumindest in Abschnitten der Saarpfalz-Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung ausgewiesen werden könne. Weil die Ausrichtung eines größeren Seniorennachmittages daran scheitert, dass die Glanhalle nicht für eine solche Veranstaltung zur Verfügung steht, denkt der Ortsrat über eine zweigeteilte Durchführung nach. Das könnte ein Kaffeenachmittag im August in der Unterkirche für die älteren Senioren sein und ein Konzert am 18. September in der katholischen Kirche für die jüngeren Senioren.

Als Anregung an die Stadtverwaltung wurde der Wunsch weitergegeben, zu prüfen, wie man das Ehrenmal am Friedhof besser pflegen kann. Zum Ende der Sitzung verlas Petra Emser-Degel (SPD) einen Brief von Ortsratsmitglied Horst Hornberger, der nicht selbst anwesend sein konnte. Damit informierte Hornberger über seinen bereits angekündigten Rückzug aus politischen Ämtern, um den Weg frei zu machen für jüngere politische Mandatsträger. In diesem Fall wird ihn Nils Barberics im Ortsrat ablösen.

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