Wer in St. Ingbert heiraten möchte, kann den ersten bürokratischen Schritt dorthin ab sofort vom Sofa aus erledigen. Die Stadt hat einen neuen Online-Dienst freigeschaltet, über den Brautpaare die Anmeldung ihrer Eheschließung komplett digital vornehmen können. Der Gang zum Standesamt wird damit zwar nicht überflüssig, aber deutlich entlastet: Schon vor dem persönlichen Termin erfahren Verlobte, welche Urkunden und Dokumente sie mitbringen müssen.
Über das Portal „Ehe online“ übermitteln die Paare ihre persönlichen Daten sowie sämtliche Nachweise zur Prüfung der Ehefähigkeit direkt und verschlüsselt an das Standesamt. Dort werden die Informationen ohne Medienbruch weiterverarbeitet, also ohne dass jemand Angaben aus einem PDF noch einmal von Hand abtippen müsste. Die Anfrage lässt sich rund um die Uhr einreichen, unabhängig von Öffnungszeiten und ohne Wartezeit am Empfang.
Technisch setzt St. Ingbert dabei nicht auf eine Eigenentwicklung, sondern nutzt eine Plattform, die in Bremen entstanden ist und nach dem sogenannten EfA-Prinzip – „Einer für Alle“ – bundesweit allen Standesämtern zur Verfügung steht. Standardisierte Schnittstellen sorgen dafür, dass die Daten nahtlos vom Eingabeformular bis in die Fachsoftware der Verwaltung fließen. CIO Sven Oberinger sieht darin ein Musterbeispiel für kluge Nachnutzung: „Statt neu zu entwickeln, setzen wir auf eine funktionierende Lösung. Das spart Ressourcen und ermöglicht es uns, digitale Angebote wirtschaftlich und effizient bereitzustellen.“
Neben der Eheanmeldung steht ein zweiter Online-Dienst bereit, der sich an Deutsche richtet, die im Ausland heiraten wollen. Verlangt das dortige Standesamt ein Ehefähigkeitszeugnis, lässt sich auch dieses Dokument nun digital beantragen. Es bescheinigt, dass der geplanten Eheschließung keine rechtlichen Hindernisse im Weg stehen. Voraussetzung für die Nutzung sind ein Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion, ein BundID-Nutzerkonto sowie die AusweisApp2. Anfallende Gebühren und Urkundenkosten können bequem online beglichen werden, etwa per PayPal oder Kreditkarte.
Mit den beiden neuen Angeboten treibt die Mittelstadt im Saarpfalz-Kreis ihre Verwaltungsdigitalisierung weiter voran. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das kürzere Wege und weniger Wartezeit, für die Verwaltung schlankere Abläufe. Sämtliche digitalen Services der Stadt sind gebündelt im Service-Portal unter service.st-ingbert.de erreichbar – ein Anlaufpunkt, der in den kommenden Monaten weiter wachsen dürfte.




















