Halden, Fördertürme und Hüttenwerke haben das Saarland über Generationen hinweg geformt – doch was passiert mit diesem industriellen Erbe, wenn die Hochöfen längst erloschen sind? Delf Slotta, einer der profiliertesten Experten für Industriekultur im Saar-Lor-Lux-Raum, geht dieser Frage am Montag, den 23. März, um 18.30 Uhr in einem Vortrag im Haus der Union Stiftung in Saarbrücken nach. Sein Thema: Wie lässt sich das industrielle Vermächtnis der Region als Ressource für kulturelle und wirtschaftliche Erneuerung nutzen?
Die Ausgangslage ist so drängend wie vielschichtig. Ganze Stadtbilder im Saarland tragen bis heute die Handschrift der Montanindustrie, allen voran die Völklinger Hütte als UNESCO-Weltkulturerbe. Doch zwischen Denkmalschutz und Zukunftsplanung klafft oft eine Lücke. Slotta will in seinem Vortrag ausloten, wie sich solche Orte in aktuelle Entwicklungen und regionale Selbstbilder einbinden lassen, ohne sie zu bloßen Museumskulissen erstarren zu lassen. Welche Rolle kann Kunst dabei spielen, eine Erinnerungskultur lebendig zu halten, die nach vorne blickt statt zurück?
Der gebürtige Göttinger, der das Saarland längst zu seiner Wahlheimat gemacht hat, bringt für diese Debatte jahrzehntelange Erfahrung mit. Als Regierungsdirektor im saarländischen Bildungs- und Kulturministerium leitete er das Referat „Industriekultur“ und prägte die landeskundliche Forschung der Region maßgeblich. Von 2010 bis 2020 stand er zudem als Direktor an der Spitze des Instituts für Landeskunde im Saarland. Seit den 1980er Jahren widmet er sich intensiv dem berg- und hüttenmännischen Erbe – mit zahlreichen Publikationen, Ausstellungen und Gutachten, die ihm weit über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung eingebracht haben.
Sein Vortrag fällt in eine Zeit, in der die Diskussionen über den Strukturwandel an der Saar an Schärfe gewinnen. Regionale Identität, nachhaltige Nachnutzung stillgelegter Industriestandorte und die Frage, welchen Stellenwert das industrielle Erbe in einer sich wandelnden Wirtschaft einnehmen soll – all das beschäftigt Politik, Kultur und Zivilgesellschaft gleichermaßen. Slotta verspricht dabei nicht nur fachliche Tiefe, sondern auch persönliche Einblicke eines Mannes, der die Industriekultur im Saarland wie kaum ein Zweiter erforscht und begleitet hat.
Die Veranstaltung findet im Haus der Union Stiftung in der Steinstraße 10 in Saarbrücken statt. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung über die Homepage der Union Stiftung wird jedoch erbeten. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, hat die Möglichkeit, den Abend per Livestream auf dem YouTube-Kanal der Stiftung zu verfolgen.




















